„Wir werden zur Vernunft kommen müssen, um zu überleben."
Eine Stimme aus dem Westjordanland: Sumaya Farhat-Naser ist Christin und Palästinenserin.

Sumaya Farhat-Naser ist palästinensische Christin.
Sie lebt im Westjordanland.
Das Westjordanland wird auch West Bank genannt.
Sie ist Biologin.
Sie arbeitet für Frieden.
Sie macht Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Frauen.
Sumaya Farhat-Naser sagt:
„Wir können es uns nicht leisten, keine Hoffnung zu haben.“
Sie sagt auch:
In Gaza hat noch niemand richtig angefangen, Frieden aufzubauen.
Auch für die Menschen im Westjordanland ist die Lage gefährlich.
Trotzdem gibt sie nicht auf.
Frage:
Was ist der Nahost-Konflikt?
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Zwei Völker streiten um dasselbe Land:
- Israelis
- Palästinenser
Beide Völker sagen:
Dieses Land ist unsere Heimat.
Frage:
Beide Seiten haben Gründe dafür.
Manche berufen sich auch auf Gott.
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Eigentlich ist das Land groß genug für alle.
Aber es gibt ein Problem:
Religion wird manchmal benutzt, um andere Menschen auszuschließen.
Und Politik bezieht nicht alle Menschen ein.
Dann entsteht Streit.
Dann entsteht Konflikt.
Frage:
Warum gibt es bis heute keine Lösung?
Im Jahr 1947 gab es einen Plan der Vereinten Nationen.
Die Vereinten Nationen nennt man auch UN.
Der Plan war:
Das Land sollte geteilt werden.
Es sollte geben:
- einen Staat für Juden
- einen Staat für Araber
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Vor mehr als 30 Jahren war eine Lösung schon einmal nah.
Damals gab es Hoffnung auf Frieden.
Doch der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin wurde ermordet.
Danach wurde der Frieden immer schwieriger.
Sie sagt:
Heute trennen die Menschen viele politische Ideen.
Israel wolle keinen eigenen Staat Palästina.
Sumaya Farhat-Naser sieht die Lage sehr kritisch.
Sie sagt:
Seit vielen Jahren wird die Situation schlimmer.
Im Westjordanland erleben Palästinenser laut Farhat-Naser:
- Ausgrenzung
- Vertreibung
- zerstörte Häuser
- zerstörte Lebensgrundlagen
- Tote
Sie sagt:
Viele Menschen gewöhnen sich an diese schlimmen Bilder.
Sie gewöhnen sich an Unrecht.
Und an das Gefühl, hilflos zu sein.
Für sie ist klar:
Es gibt keinen Frieden.
Nicht in Gaza.
Und nicht im Westjordanland.
Dabei brauchen die Menschen Frieden sehr dringend.
Frage:
Wie lebt sie als Christin im Westjordanland?
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Christen leiden wie Muslime.
Sie sagt:
Wir sind Palästinenser.
Israel macht da keinen Unterschied.
In den letzten Jahren hatten viele Menschen Angst.
Sie trauten sich nicht, einen Weihnachtsbaum aufzustellen.
Jetzt versuchen sie es wieder.
Mit Lichtern.
Mit ein wenig Musik.
Ihre Botschaft ist:
Weihnachten kommt wieder.
Weihnachten gehört für sie zu:
- ihrer Religion
- ihrer Tradition
- ihrer Gemeinschaft
Auch Muslime machen mit.
Denn alle Menschen sehnen sich nach Schönem und Gutem.
Frage:
Wie behält sie Hoffnung?
Sumaya Farhat-Naser sagt:
„Wir können es uns nicht leisten, nicht zu hoffen.“
Hoffnung macht Menschen kreativ.
Kreativität hilft, schwere Zeiten zu überstehen.
Deshalb arbeitet sie mit Jugendlichen und Frauen.
Sie sagt:
Wir lernen zu überleben.
Wir lernen, das Leben zu lieben.
Wir lassen uns nicht zerstören.
Wir halten an der Hoffnung fest.
Sie glaubt:
Es wird besser werden.
Diese Hoffnung ist für sie lebenswichtig.
Sonst würden die Menschen innerlich zerbrechen.
Es hilft ihr zu wissen:
Es gibt Menschen, die helfen.
Es gibt Menschen, die beistehen.
Auch in sehr schweren Zeiten.
Zum Beispiel:
- in Dörfern im Westjordanland
- in Gaza
Frage:
Worum geht es in ihrer Arbeit?
Der Kern ihrer Arbeit ist Bildung für Frieden.
Das bedeutet:
Menschen lernen, friedlich zu leben.
Sie lernen:
- ohne Gewalt zu fühlen
- ohne Gewalt zu denken
- ohne Gewalt zu handeln
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Frieden beginnt bei jedem Menschen selbst.
Man muss lernen:
- mit sich selbst Frieden zu finden
- Verantwortung zu übernehmen
- auf die eigenen Gedanken zu achten
- auf die eigenen Taten zu achten
Sie sagt:
Wenn ich mit mir selbst im Frieden bin, kann ich besser mit anderen umgehen.
Jeder Mensch kann etwas verändern.
Auch kleine Schritte sind wichtig.
Frage:
Warum werden Menschen radikal?
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Wenn ein Mensch sich selbst hasst, wird vieles schwer.
Dann ärgert ihn auch das Verhalten anderer Menschen.
Dann kann Wut wachsen.
Sie sagt:
Alle Menschen werden geboren.
Alle Menschen sind gleich viel wert.
Niemand ist besser als andere.
Aber alle Menschen sind verschieden.
Jeder Mensch ist einzigartig.
Diese Verschiedenheit kann zu Missverständnissen führen.
Darum muss man lernen:
Andere Menschen dürfen anders sein.
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Jeder Mensch wird mit einem Diamanten im Herzen geboren.
Das heißt:
In jedem Menschen steckt etwas Wertvolles.
Dieses Wertvolle kann sichtbar werden.
Mit Schülerinnen und Schülern übt sie:
Es ist nicht schlimm, wenn etwas nicht sofort klappt.
Menschen müssen lernen, mit starken Gefühlen umzugehen.
Zum Beispiel mit:
- Wut
- Zorn
- Verzweiflung
- Angst
Nur dann finden sie Kraft zum Weitermachen.
Nur dann kommen sie aus der Sackgasse heraus.
Frage:
Wie kann Frieden möglich werden?
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Im Krieg gewinnt niemand.
Alle verlieren.
Manche verlieren mehr als andere.
Nur durch Frieden können alle Sicherheit gewinnen.
Dafür müssen Menschen anders denken.
Sie müssen neue Wege suchen.
Sie sagt:
Alle Menschen haben gleiche Rechte.
Das Land gehört allen Menschen.
Egal, welche Religion sie haben.
Für sie ist nicht die Religion das Problem.
Das Problem ist die Politik.
Aber Religion wird oft für politische Ziele benutzt.
Sumaya Farhat-Naser sagt:
Die Sprache ist sehr giftig geworden.
Das macht sie traurig.
Sie wünscht sich Gespräche und Verhandlungen.
Am Ende soll ein Friedensplan entstehen.
Sie hat Angst, dass Menschen verzweifeln.
Dann könnten sie wichtige Werte aufgeben.
Zum Beispiel Menschenrechte.
Sie sagt:
Wir müssen wieder vernünftig werden.
Nur so können wir überleben.
Das gilt für alle:
- Palästinenser
- Israelis
- Europäer
Ein Leben für den Frieden
Sumaya Farhat-Naser wurde im Juni 1948 geboren.
Sie ist so alt wie der Staat Israel.
Sie wuchs nördlich von Ramallah auf.
Ramallah liegt im Westjordanland.
Nach dem Abitur ging sie nach Deutschland.
Sie studierte in Hamburg.
Dort machte sie auch ihren Doktor.
Später kehrte sie in ihre Heimat zurück.
Zu dieser Zeit war Palästina bereits von Israel besetzt.
Seitdem setzt sie sich für Frieden ein.
Sie hat viele Projekte begonnen.
Diese Projekte helfen besonders:
- Jugendlichen
- Frauen
Ihr neues Buch heißt:
„Ein Leben für den Frieden“.
Es ist im Lenos Verlag Basel erschienen.
Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.



