Hoffnung auf Rettung

Seit fast 2.000 Jahren gibt es das Christentum. Kann man über Weihnachten da überhaupt noch etwas Neues sagen?

Raimond Klavins Tevq 6s8ujq Unsplash

Vor über 800 Jahren gab es die erste Weihnachts-Krippe.

Franz von Assisi zeigte sie in einem Wald. Der Wald war bei Greccio. Greccio ist ein Ort in Italien.

Seitdem sind viele Dinge zu Weihnachten dazugekommen.

Zum Beispiel:

  • Hoffnung
  • Licht
  • gute Wünsche
  • die Winter-Sonnen-Wende
  • Tannen-Zweige
  • das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“

Tannen-Zweige sind im Winter grün. Darum sind sie ein Zeichen für Leben.

Alle diese Dinge gehören heute für viele Menschen zu Weihnachten. Sie liegen wie Schichten über den Geschichten aus der Bibel.

So wie bei einem Baum: Ein Baum bekommt jedes Jahr einen neuen Ring.

Oder so wie im Boden: Im Boden liegen viele Schichten übereinander.

Diese Dinge verändern, wie Menschen die Weihnachts-Geschichten hören. Sie geben vielen Menschen ein Gefühl von Heimat.

Aber der wichtigste Teil bleibt sichtbar:

Am Anfang steht die Geburt von Jesus.

Eine Geburt können wir nicht planen wie einen Termin. Wir können sie nicht ganz kontrollieren.

Neues Leben braucht Schutz. Neues Leben braucht einen sicheren Ort.

Jeder Mensch ist im Körper eines anderen Menschen gewachsen. Jeder Mensch wurde geboren.

Über unseren Tod können wir nur nachdenken. Aber unsere Geburt haben wir alle erlebt.

In den Weihnachts-Geschichten hören wir von:

  • einem Engel
  • großer Freude
  • einem Stern

Für die ersten Christinnen und Christen war das aber nicht der Anfang.

Sie hatten zuerst Jesus von Nazaret erlebt. Sie erlebten:

  • Hungrige Menschen wurden satt.
  • Kranke Menschen wurden gesund.
  • Menschen konnten Schuld hinter sich lassen.

Am Ende zeigte sich: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Auch die Mächtigen haben nicht das letzte Wort.

Darum erzählten die Menschen von Jesus so: Gott war von Anfang an in seinem Leben nahe.

Dr. Annette Jantzen

© Bistum Aachen - Martin Braun

Dr. Annette Jantzen ist Theologin.

Viele Menschen sehen Jesus von Anfang an als Gott. Das gehört stark zu unserem Glauben. Und zu unserer Kultur.

Dabei kann aber etwas Wichtiges verloren gehen: Jesus war auch wirklich Mensch.
Der Theologe Karl Rahner hatte dafür ein schweres Wort: „naiver Monophysitismus“.
Das bedeutet ungefähr: Man sieht nur noch, dass Jesus Gott ist. Aber man vergisst fast, dass Jesus auch ein echter Mensch war.

Dann denkt man vielleicht: Jesus war nicht einfach das erste Kind einer jungen Frau aus Nazaret. Sondern Jesus war ein besonderes Kind Gottes. Es wirkt dann so, als sei Jesus irgendwie direkt von Gott auf die Erde gekommen.

Aber die Bibel erzählt auch etwas anderes.
Im Lukas-Evangelium wird Maria später sehr klar als Prophetin gezeigt.
Eine Prophetin ist ein Mensch, der Gottes Botschaft weitersagt.
In der Bibel steht oft: Gottes Geist kommt auf einen Menschen.
Dann wird dieser Mensch meistens nicht schwanger. Sondern dieser Mensch wird Prophet oder Prophetin.

Die Menschen, die die Weihnachts-Geschichten aufgeschrieben haben, konnten nicht wissen, wie Menschen viel später diese Geschichten lesen.
Heute fragen viele Menschen: „Ist das wahr?“
Damit meinen sie oft: „Ist das wirklich ganz genau so passiert?“
Früher meinten die Menschen mit dieser Frage eher: „Kann ich dieser Geschichte vertrauen?“ „Zeigt diese Geschichte etwas von Gott?“

Für die Menschen früher war es nicht schlimm, wenn etwas eine Geschichte war.
Heute denken viele: „Nur eine Geschichte“ ist weniger wert.
Aber das stimmt nicht.

Eine reine Tatsache sagt oft noch wenig. Wichtig ist: Was bedeutet diese Geschichte? Was zeigt sie uns? Wovon können wir leben?
Viele Gläubige denken heute: Wenn Jesus Gott ist, dann war er vielleicht nicht ganz Mensch wie wir.
Sie stellen sich vor: Jesus ist ohne einen menschlichen Vater entstanden. Und Maria war wirklich Jungfrau, als Jesus geboren wurde.

Für die ersten Christinnen und Christen bedeutete die Göttlichkeit von Jesus etwas anderes:
In einem Menschen handelt Gott. Mitten unter anderen Menschen.

Damals gab es einen mächtigen Kaiser. Er hieß Augustus.
Manche Menschen nannten Augustus: Sohn Gottes.
Aber die Weihnachts-Geschichte sagt: Nicht Augustus ist der Sohn Gottes. Ihm soll man nicht folgen.

Gott verspricht den Menschen Frieden auf der Erde. Dieser Frieden ist anders als der Frieden im Römischen Reich.
Der Frieden im Römischen Reich hieß: Pax Romana.
Das bedeutet: Römischer Frieden.
Aber dieser Frieden war oft mit Gewalt verbunden.

Menschen wurden gezählt. Zum Beispiel für Steuern. Oder für Macht und Kontrolle.
In der Bibel ist das Zählen von Menschen oft ein Problem. Es steht oft gegen Gottes Willen.
Darum kann man diese Stelle im Lukas-Evangelium auch so verstehen: Lukas erklärt damit alte Texte aus dem Ersten Testament.

Damals wurden Menschen mit Gewalt unterdrückt.
Lukas nennt auch Quirinus. Quirinus war damals kein normaler Statthalter in der Gegend. Der normale Statthalter hieß Varus.
Quirinus war dort, weil es Aufstände gab. Er sollte sie mit Soldaten bekämpfen.
In dieser schweren Zeit singen bei Lukas die Engel vom Frieden Gottes.

Das ist kein süßes Bild. Das ist eine starke politische Botschaft.
Sie sagt: Die Mächtigen dieser Welt dürfen Menschen nicht unterdrücken.
Bei Lukas beginnt diese Botschaft mit einer Geburt.
Es geht nicht um ein Kind, das durch ein Wunder einfach auf die Erde kommt.
Es geht auch nicht darum, dass der Körper von Maria kaum wichtig ist.
Das ist nicht nötig.

Denn im Leben von Jesus wird Gottes Licht ganz sichtbar.
Wenn man die Geburt von Jesus nur als etwas Geistiges versteht, kann etwas Wichtiges verloren gehen: die Hoffnung.
Diese Hoffnung wird gerade im ganz menschlichen Leben von Jesus sichtbar.
Es ist keine leere Hoffnung. Es ist echte Hoffnung auf Rettung.

Rettung aus vielen Formen von Unterdrückung.
Solche Unterdrückung kannten die Menschen damals. Und Menschen kennen sie auch heute.
Diese Hoffnung steckt schon im Namen von Jesus.

Jesus hieß auf Hebräisch: Jeschua.

Jeschua bedeutet: Befreiung.

Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.

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