"Im Hürtgenwald haben Menschen aus dem ganzen Land geholfen."
Bischof Helmut Dieser besucht das Brandgebiet. Er ist beeindruckt: Alle helfen gut zusammen. Er dankt den Helferinnen, Helfern und Einsatzkräften.

© Stephan Johnen
Besuch im Brandgebiet: Bischof Helmut Dieser nahm sich vor Ort viel Zeit. Er dankte allen Helfern und Einsatzkräften.
Im Hürtgenwald haben Menschen aus dem ganzen Land geholfen
Im Hürtgenwald hat es stark gebrannt.
Der Hürtgenwald liegt im Bistum Aachen.
Bischof Helmut Dieser war am Samstag dort.
Er war 2 Stunden mit der Feuerwehr im Brandgebiet unterwegs.
Er sprach mit vielen Menschen.
Zum Beispiel mit:
- Feuerwehrleuten
- Helferinnen und Helfern
- Politikerinnen und Politikern
- Menschen von der Bundeswehr
Die Bundeswehr ist die Armee von Deutschland.
Nach dem Besuch erzählt Bischof Dieser:
Was hat ihn besonders bewegt?
Und was macht ihm Hoffnung?
Bischof Dieser wollte Nähe zeigen
Was hat Sie im Hürtgenwald am meisten berührt?
Bischof Dieser sagt:
Ich wollte vor Ort zeigen:
Diese Gegend gehört zu unserem Bistum.
Ich möchte mit den Menschen hoffen.
Ich möchte mit ihnen beten.
Und ich möchte helfen.
So kann man vielleicht eine Katastrophe verhindern.
Besonders beeindruckt hat mich:
Die Hilfe war sehr gut organisiert.
Alles lief sehr professionell.
Das bedeutet:
Alle wussten genau, was sie tun müssen.
Es gab kein Chaos.
Viele verschiedene Gruppen haben zusammengearbeitet.
Die Hilfe wurde sehr schnell aufgebaut.
Schon am Donnerstagabend begann der Einsatz.
Die Menschen haben zusammengehalten
Das Feuer war vielleicht der größte Waldbrand in der Geschichte von NRW.
Haben Sie trotzdem etwas erlebt, das Hoffnung macht?
Bischof Dieser sagt:
Ja.
In so einer Notlage merken alle:
Jetzt müssen wir zusammenhalten.
Viele Stellen haben zusammengearbeitet.
Zum Beispiel:
- der Bund
- das Land NRW
- die Gemeinde
- die Freiwilligen
Der Bund ist die Regierung von ganz Deutschland.
Die Gemeinde ist die Verwaltung vor Ort.
Alle haben gemeinsam geholfen.
So konnten sie Schlimmeres verhindern.
Die Feuerwehren verdienen großes Lob.
Auch die vielen Freiwilligen verdienen großes Lob.
Viele Menschen waren stundenlang im Einsatz.
Sie haben nicht geklagt.
Sie waren sehr motiviert.
Sie sagten:
Das ist unsere Aufgabe.
Das machen wir.
Bischof Dieser sagt:
Diese Menschen leisten sehr viel für alle.
Sie sind immer bereit.
Sie lassen alles stehen und liegen.
Und sie arbeiten sehr gut.
Das ist großartig.
Die Gefahr durch Feuer wird größer
In Deutschland und Europa gab es in diesem Sommer viele Brände.
Was kommt in den nächsten Jahren auf uns zu?
Bischof Dieser sagt:
Die Gefahren werden größer.
Es kann mehr Hochwasser geben.
Es kann mehr Dürre geben.
Dürre bedeutet:
Es regnet lange nicht.
Der Boden wird sehr trocken.
Es kann mehr Waldbrände geben.
Vielleicht gibt es auch stärkere Stürme.
Solche Ereignisse gab es früher nicht so oft.
Bischof Dieser sagt:
In meiner Kindheit gab es solche Sommer nicht.
Darum müssen wir vorsichtiger werden.
Auch der Staat muss sich besser vorbereiten.
Manche Menschen sagen:
Der Staat funktioniert nicht mehr.
Im Hürtgenwald habe ich das Gegenteil erlebt.
Dort konnten alle sofort gut helfen.
Das macht Mut.
Alle müssen vorsichtiger sein
Was erwarten Sie jetzt von der Politik?
Bischof Dieser sagt:
Wir brauchen mehr Bewusstsein.
Das bedeutet:
Wir müssen die Gefahren ernster nehmen.
Es gibt den Klimawandel.
Der Klimawandel verändert das Wetter.
Es wird öfter sehr heiß.
Es gibt öfter Trockenheit.
Darum müssen wir auf Warnungen achten.
Zum Beispiel:
Wenn die Waldbrand-Gefahr sehr groß ist, sollten wir nicht in den Wald gehen.
Es ist oft sehr trocken.
Schon ein kleiner Funke kann ein Feuer auslösen.
Grundgesetz ändern? Bischof Dieser ist vorsichtig
In der Politik wird über Schutz gegen Hitze gesprochen.
Auch eine Änderung vom Grundgesetz ist im Gespräch.
Was halten Sie davon?
Bischof Dieser sagt:
Da bin ich vorsichtig.
Das Grundgesetz ist sehr wichtig.
Es ist die wichtigste Sammlung von Regeln in Deutschland.
Es ist die Grundlage für unser Zusammenleben.
Ich bin eher skeptisch.
Das bedeutet:
Ich bin nicht sicher, ob man das Grundgesetz dafür ändern muss.
Es gibt auch andere Möglichkeiten.
Man kann viele Dinge auf anderen Ebenen regeln.
Auch das kann helfen.
Die Menschen im Hürtgenwald sind nicht allein
Was brauchen die Menschen im Hürtgenwald jetzt?
Und wie kann das Bistum helfen?
Bischof Dieser sagt:
Zuerst gibt es großen Grund zur Erleichterung.
Kein Mensch ist gestorben.
Niemand hat sein Haus oder seinen Besitz verloren.
Das ist ein Ergebnis von diesem sehr guten Einsatz.
Für die Menschen war das eine wichtige Erfahrung.
Besonders auf dem Land.
Im Hürtgenwald haben Menschen aus dem ganzen Land geholfen.
Die Menschen dort haben gemerkt:
Wir sind nicht allein.
Wir werden nicht vergessen.
Wenn die Gefahr groß ist, bekommen wir Hilfe.
Wir sind geschützt.
Ehrenamt ist sehr wichtig
Bischof Dieser sagt auch:
Diese Botschaft ist wichtig für die Kirche.
Seelsorgerinnen und Seelsorger sollen genau hinschauen.
Seelsorgerinnen und Seelsorger sind Menschen in der Kirche.
Sie hören zu.
Sie trösten.
Sie begleiten Menschen in schweren Zeiten.
Sie sollen das Ehrenamt stärken.
Ehrenamt bedeutet:
Menschen helfen freiwillig.
Sie bekommen dafür meistens kein Geld.
Junge Menschen sollen lernen:
Ich kann mich für andere einsetzen.
Das ist sehr wichtig.
Zum Beispiel:
- in der Jugendfeuerwehr
- in der kirchlichen Jugendarbeit
- in Vereinen
- in der Nachbarschaft
Auch im Hohen Venn gibt es Sorgen
Wie schauen Sie auf die Lage im Hohen Venn?
Und was möchten Sie den Menschen dort sagen?
Das Hohe Venn ist ein großes Naturgebiet.
Es liegt in der Nähe von Deutschland und Belgien.
Auch dort gab es Sorgen wegen Feuer.
Bischof Dieser sagt:
Ich verfolge die Lage dort genau.
Der Brand im Hürtgenwald geht mir nahe.
Auch im Hohen Venn gilt:
Alle müssen sehr vorsichtig sein.
Wenn es nötig ist, müssen Menschen sich in Sicherheit bringen lassen.
Das ist schwer.
Man muss dann vielleicht in wenigen Minuten sein Zuhause verlassen.
Aber Bischof Dieser sagt:
Nehmt die Lage ernst.
Die Gefahr ist echt.
Und die Gefahr ist groß.
Ich hoffe:
Auch dort können alle zusammen das Schlimmste verhindern.
Dafür bete ich.



