Was drei Grad mehr für das Klima bedeuten
Die Klima-Krise war im Jahr 2019 ein sehr wichtiges Thema in den Nachrichten. Heute wird viel weniger darüber gesprochen. Dabei kannst Du die Folgen des Klima-Wandels schon jetzt spüren und sehen.

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In den letzten Wochen war es in Deutschland sehr heiß.
An manchen Orten waren es mehr als 40 Grad.
Manche Menschen denken dann:
Das ist eben Sommer.
Aber: Es gibt immer neue Hitze-Rekorde.
An solchen Tagen merken viele Menschen den Klima-Wandel besonders stark.
Von Kathrin Albrecht
Wetter und Klima sind nicht dasselbe
Michael Leuchner ist Professor an der RWTH Aachen.
Er arbeitet dort im Bereich Physische Geographie und Klimatologie.
Das bedeutet:
Er untersucht die Natur, die Luft und das Klima.
Er erforscht auch, wie alles zusammenhängt.
Mit seinem Team untersucht er:
Wie verändert sich das Klima im Rheinischen Revier bis zum Jahr 2100?
Michael Leuchner sagt:
Wetter und Klima sind nicht dasselbe.
Wetter erleben wir jeden Tag.
Zum Beispiel:
- Heute regnet es.
- Morgen scheint die Sonne.
- Am Wochenende wird es heiß.
Wetter kann sich schnell ändern.
Klima bedeutet:
Wie ist das Wetter über einen sehr langen Zeitraum?
Zum Beispiel über viele Jahre oder Jahrzehnte.
Die Erde wird wärmer
Seit dem Jahr 1850 messen Menschen das Wetter genau.
Seitdem sieht man:
Die Durchschnitts-Temperaturen steigen.
Das bedeutet:
Die Erde wird immer wärmer.
Die nördliche Polarregion erwärmt sich besonders schnell.
Dort ist es schon zwei bis drei Grad wärmer geworden.
Deutschland ist etwa 1,7 Grad wärmer geworden.
Auf der ganzen Welt sind es im Durchschnitt 1,35 Grad.
Das klingt vielleicht wenig.
Aber für die Erde ist das sehr viel.
Luft-Strömungen verändern sich
Auf der Erde gibt es verschiedene Klima-Zonen.
Zum Beispiel sehr kalte Gebiete und sehr warme Gebiete.
Wenn die Temperatur-Unterschiede zwischen diesen Gebieten kleiner werden, verändert sich auch die Luft.
Die Luft bewegt sich dann anders.
Diese Bewegungen nennt man Luft-Strömungen.
Luft-Strömungen beeinflussen das Wetter bei uns.
Ein Beispiel sind besondere Wetterlagen.
Sie heißen Omega-Wetterlagen.
Eine solche Wetterlage war ein Grund für die Flut-Katastrophe im Jahr 2021.
Damals gab es in unserer Region sehr starken Regen.
Viele Orte wurden überschwemmt.
Solche Wetterlagen können in Zukunft häufiger passieren.
Es kann auch häufiger geben:
- lange Trockenheit
- Dürren
- starken Regen
- Überschwemmungen
Der Mensch verändert das Klima
Die starke Erwärmung in den letzten 200 Jahren hängt sehr stark mit dem Menschen zusammen.
In dieser Zeit begann die Industrie.
Viele Fabriken entstanden.
Menschen verbrannten immer mehr:
- Kohle
- Öl
- Gas
Dabei entsteht CO2.
CO2 ist ein Gas.
Zu viel CO2 in der Luft macht die Erde wärmer.
Auch andere Dinge verändern das Klima.
Zum Beispiel:
- Menschen roden Wälder.
- Menschen bauen Städte.
- Menschen nutzen Flächen anders als früher.
Das Problem ist:
Diese Veränderungen passieren sehr schnell.
Natürliche Veränderungen beim Klima dauern oft viele tausend Jahre.
Jetzt verändert sich das Klima aber in kurzer Zeit.
Michael Leuchner sagt:
Die Natur hat nicht genug Zeit, sich daran anzupassen.
Die Folgen sieht man schon heute
Den Klima-Wandel sieht man zum Beispiel in der Eifel.
Dort sind in den letzten Jahren sehr viele Fichten gestorben.
Fichten sind Nadelbäume.
Sie vertragen heiße und trockene Sommer schlecht.
Aber nicht nur die Natur leidet.
Auch Menschen leiden unter großer Hitze.
Besonders schlimm ist Hitze in Städten.
Denn dort gibt es viel:
- Beton
- Asphalt
- Straßen
- Gebäude
Diese Flächen speichern Wärme.
Dann wird die Stadt sehr heiß.
Fast wie ein Backofen.
Michael Leuchner sagt:
Zwei oder drei Grad Erwärmung klingen wenig.
Aber für die ganze Erde ist das sehr viel.
Was drei Grad mehr bedeuten können
Für das Rheinische Revier kann das bedeuten:
Im Jahr 2100 ist das Klima dort vielleicht so wie heute in Bilbao oder Florenz.
Bilbao ist eine Stadt in Spanien.
Florenz ist eine Stadt in Italien.
Das klingt vielleicht erst einmal schön.
Aber es bedeutet große Veränderungen.
Viele Bereiche müssen sich anpassen:
- die Landwirtschaft
- die Wälder
- die Natur
- die Städte
- die Wasser-Versorgung
Zum Beispiel brauchen Pflanzen dann mehr Wasser.
Städte brauchen mehr Schatten.
Menschen brauchen mehr Schutz vor Hitze.
Was Aachen tun kann
Michael Leuchner hat auch untersucht:
Was bedeutet der Klima-Wandel für Aachen?
Er sagt:
Aachen hat viel Grün in der Umgebung.
Aber in der Innenstadt gibt es zu wenig Grün.
Bäume sind sehr wichtig.
Denn Bäume:
- kühlen die Luft
- geben Schatten
- speichern Wasser
- speichern CO2
In Aachen gäbe es Platz für mehr Bäume.
Aber dafür müssten an manchen Stellen Autos wegfallen.
Darüber streitet die Politik in Aachen immer wieder.
Wichtig sind auch Kaltluft-Schneisen.
Das sind freie Flächen oder Wege für kühle Luft.
Im Sommer kann durch diese Schneisen kühle Luft in die Innenstadt kommen.
Darum dürfen diese Flächen nicht zugebaut werden.
Michael Leuchner sagt:
Es ist sehr wichtig, dass diese Schneisen offen bleiben.
Über den Klima-Wandel wird weniger gesprochen
Auf der ganzen Welt wird heute weniger über den Klima-Wandel gesprochen.
Andere Krisen stehen oft stärker in den Nachrichten.
Zum Beispiel:
- Kriege
- Konflikte
- wirtschaftliche Probleme
Kurz vor Weihnachten 2025 verließen die ersten Menschen aus Tuvalu ihre Heimat.
Tuvalu ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean.
Die Menschen wollten in Australien neu anfangen.
Denn Tuvalu ist stark vom steigenden Meeresspiegel bedroht.
Das bedeutet:
Das Meer steigt.
Das Land von Tuvalu kann dadurch verschwinden.
Diese Nachricht bekam nur wenig Aufmerksamkeit.
Viele Menschen müssen wegen des Klimas fliehen
Die Menschen aus Tuvalu sind nicht die einzigen Klima-Flüchtlinge.
Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR sagt:
Im Jahr 2024 mussten 45,8 Millionen Menschen ihre Heimat wegen Katastrophen verlassen.
Gründe waren zum Beispiel:
- Hitze-Wellen
- lange Dürren
- Stürme
- Überschwemmungen
Manche Menschen mussten nur für kurze Zeit weg.
Andere Menschen konnten lange nicht zurück.
Manche verloren ihre Heimat ganz.

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Es passiert zu wenig für den Klima-Schutz
Viele Länder tun noch zu wenig gegen den Klima-Wandel.
Es gibt zu wenige neue Gesetze.
Manchmal gibt es sogar Rückschritte.
Gleichzeitig kommt weiter zu viel CO2 in die Luft.
Michael Leuchner erklärt:
Pflanzen und Ozeane nehmen ungefähr die Hälfte von dem zusätzlichen CO2 auf.
Aber dieses zusätzliche CO2 kommt vom Menschen.
Es gehört nicht zum natürlichen Kreislauf.
Pflanzen und Ozeane können immer weniger davon ausgleichen.
Das ist gefährlich.
Studien zeigen:
Manche Prozesse verstärken sich schon selbst.
Das bedeutet:
Der Klima-Wandel macht weitere Veränderungen wahrscheinlicher.
Und diese Veränderungen machen den Klima-Wandel noch stärker.
Das 1,5-Grad-Ziel wird wahrscheinlich verfehlt
Im Jahr 2015 gab es eine wichtige Klima-Konferenz in Paris.
Dort beschlossen viele Länder ein Ziel:
Die Erde soll sich möglichst nicht mehr als 1,5 Grad erwärmen.
Michael Leuchner sagt:
Dieses Ziel schaffen wir wahrscheinlich nicht mehr.
Wahrscheinlich erreichen wir die Grenze schon am Ende dieses Jahrzehnts.
Das heißt aber nicht:
Wir können einfach weitermachen wie bisher.
Im Gegenteil.
Jedes Zehntel Grad weniger Erwärmung hilft.
Jedes Grad weniger bedeutet weniger Leid.
Denn viele Menschen leiden schon heute unter den Folgen der Erderwärmung.
Es gibt auch Hoffnung
Michael Leuchner sieht trotz allem auch Hoffnung.
Er sagt:
China stößt im Moment weltweit am meisten CO2 aus.
Aber der Ausstoß scheint nicht weiter zu steigen.
China investiert außerdem sehr viel Geld in Solar-Energie.
Solar-Energie ist Strom aus Sonnenlicht.
Noch ist offen:
Folgen andere Länder diesem Beispiel?
Michael Leuchner hofft:
Die Menschen verstehen, wie ernst die Lage ist.
Und sie handeln.



