"Wir reichen jedem die Hand, der Frieden will"
Ron Prosor ist Israels Botschafter in Deutschland. Er sagt: Viele Menschen denken klar und helfen anderen. Das müssen wir stärker zeigen.

© Ruthe Zuntz
Von Stephan Johnen
Ron Prosor ist der Botschafter von Israel in Deutschland.
Er sagt:
Der 7. Oktober 2023 hat uns gezeigt:
Wir dürfen nicht naiv sein.
Naiv bedeutet:
Man glaubt zu schnell, dass alles gut wird.
Oder man erkennt Gefahren nicht richtig.
Ron Prosor sagt auch:
Wenn Menschen sagen: Israel darf es nicht geben, dann ist das keine normale Kritik.
Dann ist das Judenhass.
Hass widersprechen
Ron Prosor sagt:
Freiheit schützen beginnt oft mit etwas Einfachem: Man braucht Mut.
Und man muss Hass widersprechen.
Auch dann, wenn andere Menschen schweigen.
Frage:
Liest Ron Prosor abends noch Nachrichten?
Ron Prosor sagt:
Eigentlich wäre es vernünftig, abends keine Nachrichten mehr zu lesen.
Aber ich lese sie trotzdem.
Ich bin einfach zu neugierig.
Frage:
Was wäre eine gute Nachricht in einer wütenden Welt?
Ron Prosor sagt:
Eine gute Nachricht wäre:
Menschen sprechen wieder mehr miteinander.
Und nicht nur übereinander.
Es wäre gut, wenn Menschen neugieriger wären.
Und wenn Vorurteile weniger wichtig wären.
Es wäre auch gut, wenn Menschen besser zuhören.
Und sich nicht sofort empören.
Deshalb ist mir der Austausch von jungen Menschen wichtig.
Besonders zwischen Deutschland und Israel.
Regierungen wechseln.
Aber persönliche Begegnungen bleiben oft ein Leben lang.
Frage:
Wie ist die Stimmung gegenüber Israel in Deutschland?
Ron Prosor sagt:
Seit dem 7. Oktober 2023 sehe ich zwei Dinge.
Viele Menschen zeigen Solidarität mit Israel.
Sie haben verstanden:
Am 7. Oktober wurden viele Jüdinnen und Juden ermordet.
Es war das schlimmste Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoah.
Shoah bedeutet:
Die Nationalsozialisten haben etwa 6 Millionen Jüdinnen und Juden ermordet.
Aber es gibt auch mehr offenen Judenhass.
Dieser Hass war vorher oft verborgen.
Jetzt zeigen ihn manche Menschen ganz offen.
Ron Prosor nennt ein Beispiel:
Kurz nach dem Angriff der Hamas haben Menschen in Berlin-Neukölln Süßigkeiten verteilt.
Sie haben damit die Ermordung von Jüdinnen und Juden gefeiert.
Das war für ihn ein Schock.
Die Hamas ist eine Terror-Organisation.
Sie hat Israel am 7. Oktober 2023 angegriffen.
Dabei wurden viele Menschen getötet und entführt.
Frage:
Gibt es Hoffnung auf Frieden?
Ron Prosor sagt:
Israel reicht jedem die Hand, der wirklich Frieden will.
Es gibt schon Verträge zwischen Israel und einigen arabischen Staaten.
Diese Verträge heißen Abraham-Abkommen.
Israel will diesen Weg weitergehen.
Aber der 7. Oktober hat gezeigt:
Israel darf nicht naiv sein.
Frieden ist nur möglich, wenn Terror-Gruppen gestoppt werden.
Damit meint Ron Prosor Gruppen, die Israel zerstören wollen.
Er sagt:
In der Region gibt es gerade Veränderungen.
Zum Beispiel im Libanon, in Syrien, im Iran und in Gaza.
Ron Prosor glaubt:
Jetzt gibt es eine Chance für eine bessere Zukunft.
Frage:
Wie sind die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel?
Ron Prosor sagt:
Deutschland steht heute sehr eng an der Seite Israels.
Nur wenige Länder in Europa unterstützen Israel so stark.
Er nennt auch Armin Laschet aus Aachen.
Ron Prosor sagt:
Armin Laschet zeigt klare Haltung.
Er unterstützt Israel besonders in schweren Zeiten.
Ron Prosor sagt auch:
Deutschland und Israel haben besondere Beziehungen.
Diese Beziehungen müssen auch von jungen Menschen weitergetragen werden.
Frage:
Fühlen sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher?
Ron Prosor sagt:
Leider nein.
Er sagt:
Ich bin Botschafter von Israel.
Ich vertrete den Staat Israel.
Die Sicherheit von Jüdinnen und Juden in Deutschland ist eigentlich Aufgabe von Deutschland.
Dann stellt er Fragen:
Wollen Menschen in Deutschland in einer Gesellschaft leben,
in der vor jüdischen Schulen immer Polizei stehen muss?
Wollen sie in einer Gesellschaft leben,
in der jüdische Menschen ihre Kippa verstecken?
Eine Kippa ist eine kleine Kopfbedeckung.
Viele jüdische Männer tragen sie.
Wollen sie in einer Gesellschaft leben,
in der jüdische Menschen den Davidstern unter dem Pullover tragen?
Der Davidstern ist ein wichtiges Zeichen des Judentums.
Ron Prosor sagt:
So etwas darf nicht einfach als normal gelten.
Deutschland muss jüdische Bürgerinnen und Bürger schützen.
Und Deutschland muss seine demokratischen Werte schützen.
Frage:
Was bedeuten Stolpersteine für Ron Prosor?
Ron Prosors Großeltern waren deutsche Juden.
Sie mussten in der Zeit der Nationalsozialisten aus Berlin fliehen.
Sie flohen über Triest nach Jaffa.
Jaffa ist heute ein Teil von Tel Aviv in Israel.
Im Jahr 2024 wurden Stolpersteine für seine Familie verlegt.
Ron Prosor war dabei.
Stolpersteine sind kleine Gedenk-Steine im Boden.
Sie erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder ermordet wurden.
Ron Prosor sagt:
Ich bin als Sohn deutscher Juden nach Deutschland zurückgekehrt.
Jetzt bin ich Botschafter von Israel.
Für mich schließt sich damit ein Kreis.
Er sagt auch:
Die Namen der Opfer sollten nicht vergessen werden.
Sie sollen im Alltag sichtbar sein.
Dort, wo die Geschichte passiert ist.
Frage:
Warum ist Erinnerung an die Shoah wichtig?
Ron Prosor sagt:
Die Erinnerung an die Shoah ist sehr wichtig.
Besonders für junge Menschen.
Denn sie zeigt:
Hass hat oft dieselbe Wurzel.
Früher sagten die Nationalsozialisten:
Kauft nicht bei Juden.
Heute sagen manche Menschen:
Kauft nicht von Israel.
Ron Prosor findet:
Schülerinnen und Schüler sollten KZ-Gedenkstätten besuchen müssen.
KZ bedeutet Konzentrationslager.
Dort haben die Nationalsozialisten Menschen eingesperrt, gequält und ermordet.
Ron Prosor sagt:
Auch Kinder mit Migrationsgeschichte sollen mehr darüber lernen.
Das Wissen über die Shoah ist für alle wichtig.
Er sagt:
Wenn Menschen einander begegnen, kann sich etwas verändern.
Deshalb braucht es mehr Begegnungen.
Frage:
Wo sieht Ron Prosor die größten Probleme?
Ron Prosor sagt:
Ein großes Problem ist linker Antisemitismus.
Antisemitismus bedeutet:
Judenhass.
Ron Prosor sagt:
Dieser Judenhass versteckt sich oft hinter schönen Worten.
Zum Beispiel hinter Bildung, Moral oder politischer Korrektheit.
Er sagt:
Manchmal wird Israel sehr einseitig schlecht dargestellt.
Manche Menschen wollen israelische Künstlerinnen und Künstler ausschließen.
Und manche Jüdinnen und Juden werden nur akzeptiert, wenn sie sich von Israel distanzieren.
Ron Prosor findet das unerträglich.
Er sagt:
Wir brauchen eine klare Grenze gegen Judenhass.
Diese Grenze muss für alle gelten.
Egal, ob der Hass von rechts, von links oder aus einem religiösen Umfeld kommt.
Für ihn ist klar:
Jüdisches Leben muss geschützt werden.
Und das Existenzrecht Israels darf nicht infrage gestellt werden.
Existenzrecht bedeutet:
Ein Staat darf bestehen.
Er darf sicher leben.
Frage:
Was wünscht Ron Prosor sich von den Kirchen?
Ron Prosor sagt:
Die Kirchen haben eine starke moralische Stimme.
Er wünscht sich:
Die Kirchen sollen jeden Judenhass klar benennen.
Und sie sollen ihn klar verurteilen.
Dabei ist egal, woher der Hass kommt.
Zum Beispiel aus der Politik oder aus Religion.
Ron Prosor sagt:
Heute tarnt sich Judenhass oft als Antizionismus.
Antizionismus bedeutet hier:
Menschen lehnen den jüdischen Staat Israel grundsätzlich ab.
Ron Prosor sagt:
Wenn Israel schlechtgemacht wird
oder wenn Menschen sagen, Israel darf es nicht geben,
dann ist das keine normale Kritik.
Dann ist das Judenhass.
Er wünscht sich von den Kirchen:
Sie sollen diese Grenze klar ziehen.
Und sie sollen laut widersprechen.
Frage:
Was macht Ron Prosor Hoffnung?
Ron Prosor sagt:
Hoffnung machen mir Menschen, die Brücken bauen.
Zum Beispiel:
- christliche, muslimische und jüdische Jugendliche machen gemeinsam Musik
- Gründerinnen aus Berlin und Tel Aviv bauen gemeinsam Firmen auf
- junge Ehrenamtliche gehen in Schulen
- sie erklären sachlich, was am 7. Oktober passiert ist
Ron Prosor sagt:
Das zeigt mir:
Vernunft und Mitmenschlichkeit gibt es.
Wir müssen sie nur lauter und sichtbarer machen.
Frage:
Welche Botschaft gibt Ron Prosor den Menschen mit?
Ron Prosor sagt:
Egal ob Christen oder Juden:
Unsere Freiheit muss immer wieder verteidigt werden.
Jede Generation muss das neu tun.
Manchmal beginnt das ganz einfach:
Man muss Hass widersprechen.
Auch wenn andere schweigen.
Ron Prosor sagt:
Es reicht nicht, nach dem Tod von Jüdinnen und Juden schöne Worte zu sagen.
Wir müssen jüdische Menschen schützen, die heute leben.
Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.



