»Die Generation Z wird sich viel stärker radikalisieren als wir ahnen«

So denkt die Generation Z.

Jugendliche Gen-Z

Robert Grimm ist Soziologe.
Das bedeutet: Er forscht über Menschen und Gesellschaft.

Robert Grimm hat einen Doktor-Titel.
Er arbeitet bei Ipsos Deutschland.
Ipsos ist ein Institut für Umfragen.
Robert Grimm leitet dort die Politik-Forschung.

Von Stephan Johnen

Worum geht es?
Ipsos hat Menschen in 29 Ländern befragt.

Es ging um diese Fragen:

  • Wie denken Menschen über Männer und Frauen?
  • Wie sollen Arbeit und Aufgaben verteilt werden?

Sollen Frauen Führungs-Positionen haben?

In Deutschland denken Frauen und Männer oft unterschiedlich über Gleichstellung.

Gleichstellung bedeutet: Frauen und Männer sollen die gleichen Rechte und Chancen haben.

Robert Grimm sagt:
Viele junge Männer aus der Generation Z haben wieder sehr klassische Vorstellungen.
Zum Beispiel darüber, was Männer machen sollen.
Und was Frauen machen sollen.

Generation Z meint: Menschen, die ungefähr zwischen 1996 und 2010 geboren wurden.

Frage:
Warum sprechen so viele Menschen über die Generation Z?
Warum beschweren sich viele über sie?

Robert Grimm:
Die Generation Z wird älter.
Sie übernimmt langsam wichtige Aufgaben in Politik und Gesellschaft.
Viele beginnen jetzt ihr Berufsleben.

Darum interessieren sich viele Menschen für die Generation Z.
Auch Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt.

Diese Generation ist in einer besonderen Zeit aufgewachsen.

Viele junge Menschen haben von der Globalisierung profitiert.

Globalisierung bedeutet: Länder auf der ganzen Welt arbeiten enger zusammen.

  • Firmen verkaufen ihre Produkte überall.
  • Menschen reisen mehr.
  • Informationen verbreiten sich schnell.

Die Generation Z ist in einer eher freien Welt aufgewachsen.
Es gab viele Möglichkeiten.
Es gab viel Wirtschaftswachstum.
Der Kapitalismus war sehr stark.

Kapitalismus bedeutet:
Viele Firmen gehören Privat-Leuten.
Sie wollen Geld verdienen.
Der Markt bestimmt vieles.

Die Generation Z ist die erste Generation, die wirklich mit digitaler Technik groß geworden ist.

Sie kennt von klein auf:

  • Smartphones,
  • soziale Medien,
  • Facebook,
  • YouTube
  • und das Internet.

Viele junge Menschen wurden stark beschützt.
In vielen Ländern ist die Generation Z sehr behütet aufgewachsen.

In den letzten Jahren suchten viele Firmen Fachkräfte.
Vor allem in West-Europa und Nord-Amerika.

Viele junge Menschen hatten deshalb das Gefühl: Ich muss mir keine Sorgen machen.
Ich finde schon einen Job.

In manchen Ländern war das anders.
Zum Beispiel in Italien, Portugal oder Griechenland.
Dort hatten junge Menschen oft weniger Chancen.

Darum darf man nicht sagen: Alle jungen Menschen in allen Ländern erleben dasselbe.

Aber in Deutschland hat die Generation Z bisher vor allem Wohlstand erlebt.

Robert Grimm

© Ipsos

Der promovierte Soziologe Robert Grimm leitet die Abteilung für Politikforschung bei Ipsos Deutschland.

Frage:
Bisher? Was hat sich verändert?

Robert Grimm:
Die Zeiten haben sich verändert.

Die Generation Z hat es auf dem Arbeitsmarkt jetzt schwerer.

KI-Programme übernehmen viele Aufgaben.

KI bedeutet: Künstliche Intelligenz.
Das sind Computer-Programme, die Aufgaben selbst erledigen können.
Zum Beispiel Texte schreiben, Bilder erstellen oder Daten auswerten.

Viele Jobs für junge Menschen mit Studium fallen weg.
Oder sie verändern sich stark.

Der Wohlstand von früher wird für die Generation Z wahrscheinlich nicht mehr so sicher sein.

Auch die Rente wird anders sein.
Die Generation Z wird wahrscheinlich länger arbeiten müssen.

Auch der Sozialstaat verändert sich.

Sozialstaat bedeutet:
Der Staat hilft Menschen in schwierigen Situationen.
Zum Beispiel bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder im Alter.

Dazu kommen große Probleme in der Gesellschaft.
Auch zwischen Staaten gibt es viele Spannungen.

Vielleicht haben wir der Generation Z versprochen:
Euch wird es immer gut gehen.

Dieses Versprechen kann jetzt zerbrechen.

Darum glaubt Robert Grimm:
Die Generation Z kann stärker extreme Meinungen bekommen, als wir heute denken.

Das sieht man in den Daten noch nicht ganz klar.
Aber es gibt Zeichen dafür.

Die Generation Z wendet sich eher von liberalen Gesellschafts-Ideen ab.

Liberal bedeutet hier:
Menschen sollen möglichst frei leben können.
Sie sollen selbst entscheiden können, wie sie leben.

Das ist anders als bei den Babyboomern.

Babyboomer sind Menschen, die ungefähr zwischen 1946 und 1964 geboren wurden.

Frage:
Was zeigen die Daten schon heute über die Zukunft?

Robert Grimm:
Viele politische Themen betreffen mehrere Länder.

Manche Streit-Themen kommen aus den USA nach Deutschland.

Zum Beispiel:

die MeToo-Bewegung,
mehr Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt,
mehr Streit über Geschlechter-Rollen.

MeToo ist eine Bewegung.
Sie macht auf Gewalt und Übergriffe gegen Frauen aufmerksam.

Es gibt aber auch Gegen-Bewegungen.

Auch der Rechts-Populismus wächst in vielen Ländern.

Rechts-Populismus bedeutet:
Politikerinnen und Politiker machen einfache Versprechen.
Sie sagen oft:
Wir sind für das Volk.
Andere sind schuld an den Problemen.
Zum Beispiel Ausländerinnen und Ausländer oder die Regierung.

In mehreren Ländern kamen Gruppen vom Rand der Gesellschaft in wichtige politische Ämter.

Zum Beispiel in:

  • Italien,
  • Finnland,
  • Großbritannien
  • und den USA.

Frage:
Warum finden viele Männer der Generation Z wieder alte Rollenbilder gut?

Robert Grimm:
Man sieht diesen Trend besonders deutlich, wenn man junge Männer mit älteren Männern vergleicht.

Zum Beispiel mit Männern aus der Babyboomer-Generation.

Ich gehöre selbst zu einer älteren Generation.
Ich kann ein bisschen verstehen, warum die Daten so aussehen.

Ältere Männer müssen sich heute oft nicht mehr bewerben.
Viele haben gute Jobs.
Viele haben sichere Karrieren.

Wir haben unsere Laufbahn in den 1990er-Jahren begonnen.
Vielleicht waren wir die ersten in unserer Familie mit Studium.

Damals gab es viele neue Jobs.
Zum Beispiel in:

  • Medien,
  • Marketing,
  • öffentlichem Dienst.

Als Männer standen wir damals nicht so stark im Wettbewerb mit jungen Frauen.

Heute ist das anders.

Junge Männer aus der Generation Z konkurrieren stärker mit jungen Frauen.

Wenn Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden, kann das für manche Männer wie eine Benachteiligung wirken.

Gruppe fröhlicher Menschen macht ein Selfie

© Vitaly Gariev Ib0KLrAfb E unsplash.com

Die Gen Z hat von der fortschreitenden Globalisierung profitiert, aber die Zeiten haben sich geändert.

Frage:
Sind die Männer der Generation Z also Opfer?

Robert Grimm:
Viele Männer fühlen sich offenbar stärker unter Druck.

Vieles, was früher als männlich galt, wird heute oft kritisch gesehen.

Männer werden manchmal als Problem dargestellt.

Wichtig ist:
Gewalt gegen Frauen ist immer schrecklich.
Daran gibt es keinen Zweifel.

Aber wir haben vielleicht etwas vergessen: Wir müssen auch positiv über Männlichkeit sprechen.

Kritik an Männlichkeit ist oft richtig.
Trotzdem kann ich verstehen, warum junge Männer nach einer neuen Identität suchen.

Identität bedeutet:
Wer bin ich?
Was macht mich aus?
Wofür stehe ich?

Junge Männer fragen sich heute:
Welche Werte sind wichtig?
Was bedeutet es, ein Mann zu sein?

Wir machen die Welt weniger männlich.
Gleichzeitig sprechen viele wieder darüber, junge Männer in den Krieg zu schicken.

Das ist ein Widerspruch.

Ich weiß nicht, ob junge Männer wirklich zurück zu alten Rollen wollen.

Vielleicht wollen sie auch zeigen: Wir können etwas.
Wir haben auch einen Wert.

Frage:
Was hat Sie an der Umfrage überrascht?

Robert Grimm:
Ich wusste schon: In unserer Gesellschaft gibt es viel Kritik und Streit.

Aber mich hat überrascht: Bei der Generation Z verändert sich an vielen Stellen etwas.

Die linksliberale Politik der letzten Jahre wird öfter hinterfragt.

Linksliberal bedeutet hier: Politik für mehr Freiheit, Vielfalt und Gleichberechtigung.

Viele Konflikte werden heute sehr offen besprochen.

Zum Beispiel:

  • Migration,
  • Sozialstaat,
  • Geld,
  • Sicherheit,
  • Aufgaben des Staates.

Migration bedeutet:
Menschen kommen aus anderen Ländern in ein Land.
Zum Beispiel, weil sie Arbeit suchen.
Oder weil sie vor Krieg fliehen.

Beim Sozialstaat geht es um Fragen wie:
Wem soll der Staat helfen?
Wie viel Hilfe kann der Staat bezahlen?
Wie viel Hilfe soll der Staat bezahlen?

In vielen Debatten spielt Angst eine große Rolle.

Politik mit Angst kommt oft von rechts.
Aber auch die Grünen haben oft Politik mit Angst gemacht.

Manche Meinungen hat man früher vielleicht nur privat gesagt.
In der Öffentlichkeit hat man sie eher nicht gesagt.

Heute ist das teilweise anders.

Viele Journalistinnen und Journalisten sprechen offener über andere Sichtweisen.
Gleichzeitig werden sie dafür kritisiert.

Wenn jemand von der Mehrheitsmeinung abweicht, wird er schnell angegriffen.

In anderen Demokratien wird anders diskutiert.
Zum Beispiel in den Niederlanden.
Dort ist die Debatten-Kultur oft offener.

Vielleicht kann eine Gesellschaft besser mit Unterschieden umgehen, wenn Menschen ihre Meinung offen sagen dürfen.

Das ist aber nur eine Theorie.

Frage:
Warum wirkt gerade die Generation Z wieder konservativer?

Robert Grimm:
Die Generation Z ist auch eine Gegenbewegung.

Junge Menschen grenzen sich oft von älteren Menschen ab.
Das war schon immer so.

Heute ist linksliberales Denken sehr verbreitet.
Es ist fast schon die normale Kultur geworden.

Diese Kultur kann kaum noch liberaler und freier werden.

Darum entwickelt sich eine neue Jugend-Bewegung eher in eine konservative Richtung.

Konservativ bedeutet hier: Menschen halten stärker an alten Werten und Regeln fest.

Auch bei Klima und Umwelt gibt es eine Gegenbewegung.
Das zeigen Daten über die größten Sorgen der Menschen.
Deutschland hatte lange besonders große Sorgen wegen des Klimas.
In keinem Land war die Angst vor dem Klima größer.

Das hat sich schnell geändert.
Das Klima steht jetzt nur noch auf Platz 5 der größten Sorgen.

Ganz oben stehen jetzt:

  • Inflation,
  • Migration,
  • Kriminalität,
  • Konflikte zwischen Staaten.

Inflation bedeutet:
Viele Dinge werden teurer.
Das Geld ist weniger wert.

Wirtschaftliche Sorgen werden wichtiger.
Auch für junge Menschen.

Diese Themen müssen ernst genommen werden.
Daran gibt es keinen Zweifel.

In Deutschland hat eine Partei damit viel Erfolg: die AfD.

  • Sie macht diese Ängste stärker.
  • Sie spricht konkrete Sorgen an.
  • Und sie stellt angebliche Lösungen sehr einfach dar.

Die Wahl-Ergebnisse zeigen: Die AfD hat damit auch bei jungen Menschen Erfolg.

Die Generationen im Überblick

Wer gehört zu welcher Generation?
Diese Einteilung gibt einen einfachen Überblick.

Silent Generation
Geboren ungefähr von 1928 bis 1945.

Diese Menschen haben Krieg und Wiederaufbau erlebt.
Für viele waren Sparsamkeit und Respekt sehr wichtig.

Babyboomer
Geboren ungefähr von 1946 bis 1964.

Diese Menschen haben das Wirtschafts-Wunder erlebt.
Arbeit war für viele sehr wichtig.
Viele waren ihrem Arbeitgeber lange treu.
Status war ihnen oft wichtig.

Status bedeutet:
Welche Stellung jemand in der Gesellschaft hat.
Zum Beispiel durch Beruf, Geld oder Ansehen.

Generation X
Geboren ungefähr von 1965 bis 1979.

Diese Generation nennt man auch Generation Golf.
Viele denken praktisch.
Ein gutes Verhältnis von Arbeit und Freizeit wird wichtiger.
Viele wollen Sicherheit.
Viele hinterfragen Autoritäten.

Autoritäten sind Menschen oder Einrichtungen mit Macht.
Zum Beispiel Chefs, Lehrerinnen, Eltern oder der Staat.

Generation Y oder Millennials
Geboren ungefähr von 1980 bis 1995.

Diese Generation ist mit der Digitalisierung aufgewachsen.
Viele suchen Sinn in ihrer Arbeit.
Arbeit und Privatleben vermischen sich oft.
Viele hinterfragen Regeln.
Viele wollen sich selbst weiterentwickeln.
Viele arbeiten gern im Homeoffice.

Homeoffice bedeutet: Man arbeitet von zu Hause aus.

Generation Z
Geboren ungefähr von 1996 bis 2010.

Diese Generation ist mit Internet und Smartphones aufgewachsen.
Viele möchten Sicherheit.
Viele trennen Arbeit und Privatleben klarer.
Viele nutzen YouTube.
Viele wünschen sich viel Rückmeldung.
Viele möchten flexibel sein.

Die Ipsos-Studie zum Weltfrauentag

Ipsos hat Menschen aus 29 Ländern befragt.
Dabei ging es um Gleichstellung, Frauen und Männer.

Die Studie zeigt:
Männer aus der Generation Z haben besonders oft klassische Vorstellungen von Männer-Rollen und Frauen-Rollen.

Ergebnis 1:
61 Prozent der Gen-Z-Männer sagen:
In meinem Land wurde schon genug für Gleichstellung getan.

Bei den männlichen Babyboomern sagen das 49 Prozent.

Ergebnis 2:
Fast jeder dritte Gen-Z-Mann sagt:
Eine Ehefrau soll ihrem Ehemann immer gehorchen.

Das sind 31 Prozent.

Bei den Gen-Z-Frauen sagen das 18 Prozent.

Bei den männlichen Babyboomern sagen das 13 Prozent.

Bei den Boomer-Frauen sagen das 6 Prozent.

Ergebnis 3:
Viele Menschen denken:
Frauen wurden schon so stark unterstützt, dass Männer jetzt benachteiligt werden.

Das sagen 57 Prozent der Gen-Z-Männer.

Bei den männlichen Babyboomern sagen das 42 Prozent.

Ergebnis 4:
Viele Männer sagen:
Von Männern wird zu viel verlangt, damit sie die Gleichstellung von Frauen unterstützen.

Das sagen 59 Prozent der Gen-Z-Männer.

Bei den Boomer-Männern sagen das 45 Prozent.

Ergebnis 5:
Ein Viertel der Gen-Z-Männer sagt:
Ich mag Frauen nicht, wenn sie sehr unabhängig oder selbstständig auftreten.

Das sind 24 Prozent.

Gleichzeitig sagen 41 Prozent der Gen-Z-Männer:
Frauen mit erfolgreicher Karriere finde ich attraktiver.

Bei Boomer-Männern sind beide Werte deutlich niedriger.

Dort sagen 12 Prozent:
Ich mag sehr unabhängige Frauen nicht.

Und 27 Prozent sagen:
Frauen mit erfolgreicher Karriere finde ich attraktiver.

Quelle:
Ipsos-Umfrage zum Weltfrauentag 2026
www.ipsos.com/de-de/studie-weltfrauentag-2026

Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.

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