"Mit Fakten können wir den Fake-News wehren"

Warum ist katholischer Journalismus heute wichtig? Die frühere Ministerin Annette Schavan sagt: Katholische Zeitungen und Medien müssen unabhängig sein.

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© PubliKath GmbH, www.kna.de

Annette Schavan ist katholisch.
Sie hat lange in der Politik gearbeitet.
Sie war Ministerin.
Und sie war Botschafterin in Rom.

Von Gerd Felder

Annette Schavan findet:
Glaube und Journalismus passen gut zusammen.
Aber katholischer Journalismus darf nicht einfach Werbung für die Kirche sein.
Er muss ehrlich sein.
Er muss unabhängig sein.
Und er muss nach der Wahrheit suchen.

Was bedeutet Glaube in schweren Zeiten?

Annette Schavan sagt:

Ich bin eine katholische Frau aus dem Rheinland.
Der Glaube gibt mir Vertrauen.
Er gibt mir Kraft.
Er gibt mir Halt.
Und er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen.

Ich war 18 Jahre Ministerin.
In dieser Zeit gab es auch schwere Momente.
Der Glaube hat mir geholfen.
Er hat mir geholfen, innerlich frei zu bleiben.

Später war ich Botschafterin in Rom.
Dort habe ich viel über die Weltkirche gelernt.
Die Weltkirche ist sehr vielfältig.
Das war für mich eine wichtige Erfahrung.
Gerade weil es in der Welt viele Konflikte gibt.

Passen katholisch sein und Journalismus zusammen?

Annette Schavan sagt:

Ja, das passt gut zusammen.
Bei beidem braucht man einen weiten Blick.
Man darf nicht nur auf einen kleinen Teil schauen.

Heute gibt es viel Streit.
Viele Menschen sehen nur noch Unterschiede.
Katholischer Journalismus kann helfen, das Ganze zu sehen.

Er kann erklären:

  • Was passiert in der Welt?
  • Was passiert in der Kirche?
  • Was passiert in der Gesellschaft?
  • Was hält Menschen zusammen?

Wie unabhängig müssen katholische Journalistinnen und Journalisten sein?

Annette Schavan sagt:

Journalismus hat eigene Regeln.
Journalismus ist ein eigener Bereich.
Er gehört nicht zur Verkündigung der Kirche.

Verkündigung bedeutet:
Die Kirche erklärt den Glauben und ihre Lehre.

Journalismus hat eine andere Aufgabe.
Er soll berichten.
Er soll prüfen.
Er soll fragen.
Er soll erklären.

Christinnen und Christen leben aus Vertrauen und Hoffnung.
Sie tragen Verantwortung vor Gott und vor den Menschen.
Das gilt auch für Journalistinnen und Journalisten.

Annette Schavan sagt auch:
Christinnen und Christen sind zur Freiheit berufen.
Das steht in der Bibel im Galaterbrief.

Loyalität ist wichtig.
Das bedeutet: Man fühlt sich verbunden.
Aber Journalistinnen und Journalisten müssen auch mutig sein.
Sie müssen offen sprechen dürfen.

Dafür gibt es ein altes Wort: Parrhesia.
Das bedeutet: freie und mutige Rede.

Annette Schavan sagt:
Keine Einrichtung hat etwas davon, wenn sie offene Worte verhindert.
Das gilt besonders für die Kirche.

Ist katholischer Journalismus Verkündigung?

Annette Schavan sagt klar:

Nein.
Katholischer Journalismus darf keine amtliche Verkündigung sein.

Manche Menschen denken:
Alles, was mit Kirche zu tun hat, ist Verkündigung.

Annette Schavan findet das gefährlich.
Denn dann sagt man vielleicht nur noch das, was viele in der Kirche hören wollen.

Katholischer Journalismus soll frei sein.
Er kommt aus dem christlichen Glauben.
Aber er soll in die Welt wirken.
Er soll nicht nur mit der Kirche selbst sprechen.

Wichtig ist:
Menschen sollen zuhören wollen.

Wenn katholischer Journalismus Menschen zum Glauben ermutigt, ist das gut.
Aber zuerst muss er professionell arbeiten.
Er muss die Regeln des Journalismus beachten.

Müssen katholische Medien über Missbrauch in der Kirche berichten?

Annette Schavan sagt:

Ja, unbedingt.

Katholische Journalistinnen und Journalisten müssen über Missbrauch aufklären.
Sie müssen dafür sorgen, dass nichts versteckt wird.
Alles muss offen auf den Tisch.

Kirchenzeitungen sind keine Amtsblätter.
Sie müssen nicht einfach nur offizielle Texte der Kirche veröffentlichen.

Nach christlichem Verständnis gilt:
Nur die Wahrheit macht frei.

Annette Schavan nennt Journalisten, die viel über Missbrauch in der Kirche schreiben.
Zum Beispiel Joachim Frank und Daniel Deckers.
Sie findet diese Arbeit wichtig.

Gerade katholische Journalistinnen und Journalisten sollen aufklären.
Sie dürfen diese Haltung haben.
Und sie sollen sie haben.

Bild Annette Schavan Copyright Laurence Chaperon

© Laurence Chaperon

Schavan hat in Rom die vatikanischen Medien als gute Gesprächspartner erlebt.

Vorbilder für katholische Journalistinnen und Journalisten

Annette Schavan denkt zuerst an Michael Rutz.
Er war Chefredakteur beim „Rheinischen Merkur“.

Sie denkt auch an Menschen, die keine Journalisten waren.
Aber sie haben die öffentliche Meinung stark geprägt.
Zum Beispiel Hans Maier.

Annette Schavan sagt:
Jede Zeit hat eigene wichtige Menschen.
Und jede Zeit hat eigene Probleme.

Unsere Zeit ist anders als die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Und sie ist anders als die Zeit nach der Wiedervereinigung Europas.

Hatten katholische Journalisten Einfluss auf das Zweite Vatikanische Konzil?

Das Zweite Vatikanische Konzil war eine große Versammlung der katholischen Kirche.
Es fand von 1962 bis 1965 statt.
Dort wurden wichtige Entscheidungen getroffen.

Annette Schavan sagt:

Die wichtigsten Personen waren damals Theologen und Berater.
Zum Beispiel Karl Rahner und Joseph Ratzinger.

Aber es gab auch wichtige Journalistinnen und Publizisten.
Eine davon war Esther Betz.
Sie war damals noch jung.
Sie berichtete über das Konzil.
Und sie brachte die Gedanken des Konzils nach Deutschland.

Annette Schavan sagt:
Esther Betz hat den Journalismus bis ins hohe Alter geliebt.
Sie hat viel geleistet.

Wie waren die Medien im Vatikan?

Annette Schavan war Botschafterin beim Heiligen Stuhl.
Das bedeutet:
Sie hat Deutschland beim Papst und im Vatikan vertreten.

Sie sagt:

Besonders bei Radio Vatikan habe ich gute Gesprächspartner erlebt.
Das waren echte Fachleute.
Sie wussten sehr viel über den Vatikan.
Sie konnten diese besondere Welt gut erklären.

Sie haben vorsichtig und genau gearbeitet.
Das braucht man im Vatikan besonders.

Ist Vielfalt bei katholischen Medien gut?

In Deutschland gibt es viele katholische Medien.
Zum Beispiel:

  • die „Tagespost“
  • Radio Horeb
  • „Publik-Forum“
  • Kirchenzeitungen
  • katholische Internetseiten

Annette Schavan findet diese Vielfalt gut.

Sie sagt:
Auch das Christentum ist vielfältig.
Auch die Kirche ist vielfältig.
Die Kirche ist nicht überall gleich.
Es gibt verschiedene Kulturen.
Es gibt verschiedene Schwerpunkte.
Es gibt verschiedene Arten zu denken.

Deshalb sollen auch katholische Medien vielfältig sein.

Aber es gibt Grenzen.

Eine Grenze ist überschritten, wenn Menschen im Namen Gottes verachtet werden.
Das gilt auch bei Rassismus.
Und es gilt bei Aufrufen zum Krieg.

Wie können Kirchenzeitungen eine Zukunft haben?

Annette Schavan sagt:

Viele Zeitungen erleben gerade einen großen Wandel.
Das gilt auch für Kirchenzeitungen.

Es ist gut, wenn kirchliche Magazine mehr zusammenarbeiten.
Das passiert schon an vielen Stellen.

Auch Internetseiten wie „katholisch.de“ sind wichtig.
Neue Formate können helfen.
Kirchenzeitungen können sich weiterentwickeln.

Wichtig ist:
Die Vielfalt soll bleiben.

Muss die Kirche mehr soziale Medien nutzen?

Annette Schavan sagt:

Ja.

Wenn die Kirche junge Menschen erreichen will, muss sie dort sein.
Viele junge Menschen nutzen soziale Medien jeden Tag.

Aber die Kirche muss dort so sprechen, dass es junge Menschen interessiert.
Es gibt im christlichen Bereich schon gute Beispiele dafür.

Was hilft gegen Fake News?

Fake News sind falsche Nachrichten.
Sie werden oft absichtlich verbreitet.
Manche Gruppen nutzen Fake News, um Menschen wütend zu machen.
Oder um Angst zu verbreiten.

Annette Schavan sagt:

Katholische Journalistinnen und Journalisten dürfen nicht nur das sehen, was zur eigenen Meinung passt.
Sie müssen aus ihrer eigenen Blase herausgehen.

Eine Blase bedeutet:
Man hört nur noch Menschen, die ähnlich denken wie man selbst.

Guter katholischer Journalismus schaut weiter.
Er fragt:

  • Was erleben andere Menschen?
  • Welche Geschichten werden übersehen?
  • Wer lebt am Rand der Gesellschaft?
  • Was überrascht uns?
  • Wo müssen wir genauer hinschauen?

Gegen Fake News helfen nur Fakten.
Fakten sind überprüfte Informationen.

Fakten sind wichtig für eine gute politische Kultur.
Denn Demokratie braucht Wahrheit.
Und Menschen müssen miteinander sprechen können.

Annette Schavan sagt:
Freie Rede kann Menschen weiterbringen.
Sie zeigt neue Sichtweisen.
Und sie hilft, das große Ganze zu sehen.

Was wünscht Annette Schavan der Aachener Kirchenzeitung?

Annette Schavan hat früher im Generalvikariat in Aachen gearbeitet.
Das war zur Zeit von Bischof Klaus Hemmerle.

Sie sagt:

In Aachen habe ich viel Spiritualität erlebt.
Und viel Offenheit.

Spiritualität bedeutet:
Menschen leben ihren Glauben bewusst.
Sie fragen nach Gott.
Und sie suchen nach Sinn.

Annette Schavan wünscht der Aachener Kirchenzeitung:
Sie soll diese Spiritualität und Offenheit erleben.
Und sie soll sie weitergeben.

Was bedeutet Künstliche Intelligenz für den Journalismus?

Künstliche Intelligenz wird oft mit KI abgekürzt.
KI kann Texte schreiben.
KI kann Informationen sortieren.
KI kann bei der Recherche helfen.

Annette Schavan sagt:

Natürlich wird KI den Journalismus verändern.
Eine Kirchenzeitung, die komplett von KI gemacht wird, wäre möglich.
Aber ich finde das nicht wünschenswert.

KI kann bei der Recherche helfen.
Viele nutzen sie schon.

Aber danach müssen Menschen selbst denken.
Unsere geistige Unabhängigkeit muss bleiben.

Sollten Kirchenzeitungen besonders gute Nachrichten bringen?

Annette Schavan sagt:

Auch Kirchenzeitungen können schlechte Nachrichten nicht vermeiden.
Sie müssen ehrlich berichten.

Aber sie sollen auch gute Ereignisse sehen.
Sie sollen den Blick für gute Nachrichten behalten.

Das gilt nicht nur für Kirchenzeitungen.
Das gilt für uns alle.

Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.

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