» Lebe jetzt!«

Als Notärztin versucht Carola Holzner, alias "Doc Caro", Leben zu retten. In der Gesellschaft fehlt ihr ein Bewusstsein für das Thema Tod und Endlichkeit

Dr. med. Carola Holzner alias "Doc Caro"

© RTL/Stefan Gregorowius

Notärztin mit eigener Fernseh-Serie:
Die Dokumentar-Serie „Doc Caro – Jedes Leben zählt“ läuft bei Vox.

Von Stephan Johnen

Die Serie „Doc Caro – Jedes Leben zählt“ läuft bei Vox.
Die 4. Staffel wurde gerade gezeigt.

Im Mittelpunkt steht Dr. Carola Holzner.
Viele Menschen kennen sie als „Doc Caro“.
Sie arbeitet als Ärztin in der Notaufnahme.
Und sie arbeitet als Notärztin.

Stephan Johnen hat mit ihr gesprochen.
Es ging um Leben und Tod.
Es ging um die Frage: Was macht ein Leben erfüllt?
Und es ging um die Grenzen der Medizin.

Gehört der Tod zum Leben?

Dr. Carola Holzner sagt:
Diese Frage kann man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten.

Tod und Leben gehören zusammen.
Manchmal gehört der Tod zum Leben dazu.
Manchmal entsteht aus dem Tod auch neues Leben.

In der Natur gibt es viele Beispiele dafür.
Zum Beispiel gibt es eine Pflanze:
Ihre Samenkapseln öffnen sich nur bei Buschbränden.
Dann verbrennt die Pflanze.
Aber danach kann neues Leben entstehen.

Carola Holzner glaubt:
Energie geht nicht einfach verloren.

Sind Sie gläubig?

Carola Holzner sagt:
Ich bin katholisch getauft.
Ich war Messdienerin.
Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen.
Das prägt einen Menschen.

In meinem Leben habe ich viele besondere Situationen erlebt.
Dadurch glaube ich:
Es gibt so etwas wie eine übernatürliche Energie.
Ich nenne diese Energie: Universum.

Manche Dinge passieren an der Grenze zwischen Leben und Tod.
Man kann sie nicht immer sofort wissenschaftlich erklären.

Jeder Mensch darf selbst entscheiden, wie er das nennt.
Glaube und Spiritualität gehören zu unserer Kultur.
Und zwar auf der ganzen Welt.

Glauben Sie, dass es nach dem Tod weitergeht?

Carola Holzner sagt:
Ja, ich glaube: Es geht weiter.
Aber ich weiß nicht, wie.

Manchmal habe ich das Gefühl:
Vielleicht war ich früher einmal eine Kämpferin im Mittelalter.
Vielleicht ist meine Seele weitergegangen.

Ich glaube:
Jeder Mensch macht sich selbst ein Bild davon, was nach dem Tod kommt.

Ich habe oft mit einer Ärztin gesprochen, die in der Palliativmedizin arbeitet.
Palliativmedizin bedeutet:
Menschen werden am Ende ihres Lebens begleitet.
Sie sollen möglichst wenig Schmerzen haben.
Und sie sollen sich gut versorgt fühlen.

Diese Ärztin steht jeden Tag an der Grenze zwischen Leben und Tod.
Sie begleitet sterbende Menschen liebevoll.

Sie hat etwas sehr Schönes gesagt:
Das Wort palliativ kommt vom lateinischen Wort „Pallium“.
Das bedeutet: Mantel.

Palliativmedizinerinnen und Palliativmediziner wollen Menschen auf ihrem letzten Weg Wärme und Schutz geben.
So wie ein Mantel.

Die Ärztin sagt auch:
Wenn Menschen zu uns kommen, ist es so, als würden sie die letzte Wiese betreten.

So stellt Carola Holzner sich den Tod vor:
wie eine schöne Blumenwiese.
Sie läuft barfuß über diese Wiese.
Sie trägt ein Nachthemd.
Und sie läuft in den Sonnenuntergang.

Rettungswagen mit Blaulicht kommt im schnellen Tempo angefahren

© Camillo Jimenez/unsplash.com

Ob Rettungswagen, Notaufnahme oder im Helikopter: Die Ärztin hat viele Grenzsituationen zwischen Leben und Tod erlebt.

Was ist Ihre Aufgabe als Notärztin?

Carola Holzner sagt:
In der Notfallmedizin kommen Menschen oft ganz plötzlich in Gefahr.
Zum Beispiel durch einen Unfall.
Oder durch einen Herzinfarkt.

Diese Menschen wurden völlig unvorbereitet aus ihrem Leben gerissen.

Das ist anders als bei einer langen Krankheit.
Bei einer langen Krankheit haben Menschen oft mehr Zeit, sich mit dem Sterben zu beschäftigen.

In der Notfallmedizin ist der Tod immer da.
Aber in der akuten Situation haben wir keine Zeit, darüber nachzudenken.
Das Rettungsteam nicht.
Und die Patientinnen und Patienten auch nicht.

Wir kämpfen gegen die Zeit.
Und wir kämpfen gegen den Tod.

Verdrängen viele Menschen Krankheit und Tod?

Carola Holzner sagt:
Ja, leider.

Viele Menschen beschäftigen sich nicht mit Notfällen.
Sie beschäftigen sich nicht mit plötzlichen Schicksalsschlägen.
Und sie beschäftigen sich nicht mit dem Tod.

Aber so etwas kann jederzeit passieren.
Deshalb spreche ich viel darüber.

Ich möchte Menschen dazu bringen, rechtzeitig über diese Themen nachzudenken.
Solange sie es noch können.

Als Notärztin erlebe ich oft:
Menschen merken, wie nah sie dem Tod sind.
Aber sie haben dieses Thema vorher verdrängt.

Früher war Sterben stärker Teil des Familienlebens.
Es war sichtbarer.
Manche Menschen gingen bewusst in ein Sterbezimmer.
Sie hatten sich vorher verabschiedet.
Sie hatten wichtige Dinge geklärt.

Natürlich war die Medizin vor 100 Jahren noch nicht so weit wie heute.
Menschen wurden nicht so alt.

Die moderne Medizin kann ein Segen sein.
Aber sie kann auch schwierig sein.

Wir versuchen oft, den Tod aufzuhalten.
Manchmal glauben wir fast:
Durch moderne Medizin können wir unsterblich werden.

Aber am Ende können wir dem Tod nicht entkommen.

Was passiert, wenn wir den Tod ausblenden?

Carola Holzner sagt:
Es würde unser Leben verändern, wenn wir mehr über unsere Endlichkeit nachdenken würden.

Endlichkeit bedeutet:
Unser Leben dauert nicht für immer.

Wenn wir das wissen, leben wir bewusster.

Mein Lebensmotto ist:
Lebe jetzt!

Wenn man oft mit dem Tod zu tun hat, fragt man sich mehr:
Nutze ich meine Zeit gut?
Gestalte ich mein Leben?
Oder lebe ich nur so vor mich hin?

Ich möchte am Ende meines Lebens nicht denken:
Ich habe so viel verpasst.

Auf meinem Grabstein soll stehen:
„Je ne regrette rien.“
Das ist Französisch und bedeutet:
Ich bereue nichts.

Ich möchte am Ende erfüllt gehen.
Weil ich richtig gelebt habe.

Was Erfüllung bedeutet, muss jeder Mensch selbst entscheiden.
Niemand anderes darf das bewerten.

Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.

Ich habe noch nie erlebt, dass Menschen kurz vor dem Tod über ihren Besitz sprechen.
Sie zählen nicht auf, was sie alles gekauft oder gesammelt haben.

Viele wünschen sich am Ende:
Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt.
Mehr Zeit für mich.
Und mehr Zeit für andere.

Haben manche Menschen das Gefühl, ihr Leben verschwendet zu haben?

Carola Holzner sagt:
Glück kommt nicht von außen.
Glück kommt von innen.

Viele Menschen suchen Ersatz für echtes Glück.
Sie kaufen Dinge.
Oder sie laufen Zielen hinterher, die sie nicht wirklich glücklich machen.

Dabei stellen sie sich die wichtigste Frage zu spät:
Was macht mich wirklich glücklich?

Für diese Frage sind wir selbst verantwortlich.

Am Sterbebett kann es sehr schwer sein zu merken:
Ich hatte Chancen, glücklich zu sein.
Aber ich habe sie nicht genutzt.

Deshalb sollten wir früh über die Endlichkeit des Lebens nachdenken.

Man kann das Leben mit einem Urlaub vergleichen.
Auch ein Urlaub geht irgendwann zu Ende.

Leben Sie durch Ihren Beruf jeden Tag bewusster?

Carola Holzner sagt:
Nicht jeden Tag.

Aber ich habe viele Entscheidungen in meinem Leben bewusster getroffen.
Denn ich weiß:
Alles kann schnell vorbei sein.

„Lebe jetzt!“

© RTL/Stefan Gregorowius

Notärztin mit eigener Fernseh-Serie:
Die Dokumentar-Serie „Doc Caro – Jedes Leben zählt“ läuft bei Vox.

Von Stephan Johnen

Die Serie „Doc Caro – Jedes Leben zählt“ läuft bei Vox.
Die 4. Staffel wurde gerade gezeigt.

Im Mittelpunkt steht Dr. Carola Holzner.
Viele Menschen kennen sie als „Doc Caro“.
Sie arbeitet als Ärztin in der Notaufnahme.
Und sie arbeitet als Notärztin.

Stephan Johnen hat mit ihr gesprochen.
Es ging um Leben und Tod.
Es ging um die Frage:
Was macht ein Leben erfüllt?
Und es ging um die Grenzen der Medizin.

Gehört der Tod zum Leben?

Dr. Carola Holzner sagt:

Diese Frage kann man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten.

Tod und Leben gehören zusammen.
Manchmal gehört der Tod zum Leben dazu.
Manchmal entsteht aus dem Tod auch neues Leben.

In der Natur gibt es viele Beispiele dafür.
Zum Beispiel gibt es eine Pflanze:
Ihre Samenkapseln öffnen sich nur bei Buschbränden.
Dann verbrennt die Pflanze.
Aber danach kann neues Leben entstehen.

Carola Holzner glaubt:
Energie geht nicht einfach verloren.

Sind Sie gläubig?

Carola Holzner sagt:

Ich bin katholisch getauft.
Ich war Messdienerin.
Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen.
Das prägt einen Menschen.

In meinem Leben habe ich viele besondere Situationen erlebt.
Dadurch glaube ich:
Es gibt so etwas wie eine übernatürliche Energie.
Ich nenne diese Energie: Universum.

Manche Dinge passieren an der Grenze zwischen Leben und Tod.
Man kann sie nicht immer sofort wissenschaftlich erklären.

Jeder Mensch darf selbst entscheiden, wie er das nennt.
Glaube und Spiritualität gehören zu unserer Kultur.
Und zwar auf der ganzen Welt.

Glauben Sie, dass es nach dem Tod weitergeht?

Carola Holzner sagt:

Ja, ich glaube: Es geht weiter.
Aber ich weiß nicht, wie.

Manchmal habe ich das Gefühl:
Vielleicht war ich früher einmal eine Kämpferin im Mittelalter.
Vielleicht ist meine Seele weitergegangen.

Ich glaube:
Jeder Mensch macht sich selbst ein Bild davon, was nach dem Tod kommt.

Ich habe oft mit einer Ärztin gesprochen, die in der Palliativmedizin arbeitet.
Palliativmedizin bedeutet:
Menschen werden am Ende ihres Lebens begleitet.
Sie sollen möglichst wenig Schmerzen haben.
Und sie sollen sich gut versorgt fühlen.

Diese Ärztin steht jeden Tag an der Grenze zwischen Leben und Tod.
Sie begleitet sterbende Menschen liebevoll.

Sie hat etwas sehr Schönes gesagt:
Das Wort palliativ kommt vom lateinischen Wort „Pallium“.
Das bedeutet: Mantel.

Palliativmedizinerinnen und Palliativmediziner wollen Menschen auf ihrem letzten Weg Wärme und Schutz geben.
So wie ein Mantel.

Die Ärztin sagt auch:
Wenn Menschen zu uns kommen, ist es so, als würden sie die letzte Wiese betreten.

So stellt Carola Holzner sich den Tod vor:
wie eine schöne Blumenwiese.
Sie läuft barfuß über diese Wiese.
Sie trägt ein Nachthemd.
Und sie läuft in den Sonnenuntergang.

© Camillo Jimenez/unsplash.com

Ob Rettungswagen, Notaufnahme oder Hubschrauber:
Die Ärztin hat viele Situationen erlebt, in denen es um Leben und Tod ging.

Was ist Ihre Aufgabe als Notärztin?

Carola Holzner sagt:

In der Notfallmedizin kommen Menschen oft ganz plötzlich in Gefahr.
Zum Beispiel durch einen Unfall.
Oder durch einen Herzinfarkt.

Diese Menschen wurden völlig unvorbereitet aus ihrem Leben gerissen.

Das ist anders als bei einer langen Krankheit.
Bei einer langen Krankheit haben Menschen oft mehr Zeit, sich mit dem Sterben zu beschäftigen.

In der Notfallmedizin ist der Tod immer da.
Aber in der akuten Situation haben wir keine Zeit, darüber nachzudenken.
Das Rettungsteam nicht.
Und die Patientinnen und Patienten auch nicht.

Wir kämpfen gegen die Zeit.
Und wir kämpfen gegen den Tod.

Verdrängen viele Menschen Krankheit und Tod?

Carola Holzner sagt:

Ja, leider.

Viele Menschen beschäftigen sich nicht mit Notfällen.
Sie beschäftigen sich nicht mit plötzlichen Schicksalsschlägen.
Und sie beschäftigen sich nicht mit dem Tod.

Aber so etwas kann jederzeit passieren.
Deshalb spreche ich viel darüber.

Ich möchte Menschen dazu bringen, rechtzeitig über diese Themen nachzudenken.
Solange sie es noch können.

Als Notärztin erlebe ich oft:
Menschen merken, wie nah sie dem Tod sind.
Aber sie haben dieses Thema vorher verdrängt.

Früher war Sterben stärker Teil des Familienlebens.
Es war sichtbarer.
Manche Menschen gingen bewusst in ein Sterbezimmer.
Sie hatten sich vorher verabschiedet.
Sie hatten wichtige Dinge geklärt.

Natürlich war die Medizin vor 100 Jahren noch nicht so weit wie heute.
Menschen wurden nicht so alt.

Die moderne Medizin kann ein Segen sein.
Aber sie kann auch schwierig sein.

Wir versuchen oft, den Tod aufzuhalten.
Manchmal glauben wir fast:
Durch moderne Medizin können wir unsterblich werden.

Aber am Ende können wir dem Tod nicht entkommen.

Was passiert, wenn wir den Tod ausblenden?

Carola Holzner sagt:

Es würde unser Leben verändern, wenn wir mehr über unsere Endlichkeit nachdenken würden.

Endlichkeit bedeutet:
Unser Leben dauert nicht für immer.

Wenn wir das wissen, leben wir bewusster.

Mein Lebensmotto ist:
Lebe jetzt!

Wenn man oft mit dem Tod zu tun hat, fragt man sich mehr:
Nutze ich meine Zeit gut?
Gestalte ich mein Leben?
Oder lebe ich nur so vor mich hin?

Ich möchte am Ende meines Lebens nicht denken:
Ich habe so viel verpasst.

Auf meinem Grabstein soll stehen:
„Je ne regrette rien.“
Das ist Französisch und bedeutet:
Ich bereue nichts.

Ich möchte am Ende erfüllt gehen.
Weil ich richtig gelebt habe.

Was Erfüllung bedeutet, muss jeder Mensch selbst entscheiden.
Niemand anderes darf das bewerten.

Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.

Ich habe noch nie erlebt, dass Menschen kurz vor dem Tod über ihren Besitz sprechen.
Sie zählen nicht auf, was sie alles gekauft oder gesammelt haben.

Viele wünschen sich am Ende:
Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt.
Mehr Zeit für mich.
Und mehr Zeit für andere.

Haben manche Menschen das Gefühl, ihr Leben verschwendet zu haben?

Carola Holzner sagt:

Glück kommt nicht von außen.
Glück kommt von innen.

Viele Menschen suchen Ersatz für echtes Glück.
Sie kaufen Dinge.
Oder sie laufen Zielen hinterher, die sie nicht wirklich glücklich machen.

Dabei stellen sie sich die wichtigste Frage zu spät:
Was macht mich wirklich glücklich?

Für diese Frage sind wir selbst verantwortlich.

Am Sterbebett kann es sehr schwer sein zu merken:
Ich hatte Chancen, glücklich zu sein.
Aber ich habe sie nicht genutzt.

Deshalb sollten wir früh über die Endlichkeit des Lebens nachdenken.

Man kann das Leben mit einem Urlaub vergleichen.
Auch ein Urlaub geht irgendwann zu Ende.

Leben Sie durch Ihren Beruf jeden Tag bewusster?

Carola Holzner sagt:
Nicht jeden Tag.

Aber ich habe viele Entscheidungen in meinem Leben bewusster getroffen.
Denn ich weiß:
Alles kann schnell vorbei sein.

Wo sind die Grenzen der Medizin?

Carola Holzner sagt:
Die moderne Intensivmedizin ist ein großer Segen.
Sie kann Menschen retten.
Sie kann die Grenze zwischen Leben und Tod verschieben.

Aber das ist nicht immer nur gut.

Das Ziel einer Behandlung sollte sein:
Ein Mensch soll danach gesünder sein als vorher.
Oder er soll wieder ein möglichst normales Leben führen können.

Manchmal sind Verletzungen aber sehr schwer.
Dann helfen auch große medizinische Maßnahmen nicht wirklich.
Auch eine Wiederbelebung verbessert den Zustand nicht immer.

Angehörige können oft schwer loslassen.
Sie sagen dann:
Machen Sie alles.

Ich verstehe das.
Es ist sehr schwer, wenn man einen geliebten Menschen verlieren könnte.

Aber manche Entscheidungen werden dann eher für die Angehörigen getroffen.
Und nicht im Sinne der Patientin oder des Patienten.

Nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist auch sinnvoll.

AF Carola Holzner 756 Frei

© RTL/Stefan Gregorowius

„Die moderne Medizin kann Fluch und Segen sein.“ – Dr. Carola Holzner über den Versuch, Leiden und Tod weitgehend aus unserem Leben auszublenden.

Sie wurden in der Corona-Pandemie bekannt. Wie schaffen Sie die Arbeit und die Medien?

Carola Holzner sagt lachend:
Wie das geht, kann man ab dem 2. Oktober immer mittwochs auf Vox sehen.

Ich mache gerne viele Dinge.
Und ich spreche gerne über Themen, die ich wichtig finde.

Das Fernsehen ist dafür eine gute Möglichkeit.

Ich bin keine Schauspielerin.
Ich bin keine Moderatorin.
Ich bin Ärztin.

Ich weiß, wovon ich spreche.

Wenn ein Mensch die Sendung sieht und später ein Leben retten kann, dann hat es sich gelohnt.

Hat sich Ihr Berufsalltag verändert?

Carola Holzner sagt:
Ja.
Mein Berufsalltag ist heute anders als vor 4 Jahren.

Früher war meine Arbeit in der Notaufnahme und als Notärztin mein ganzer Beruf.

Ich bin immer noch Notärztin.
Aber ein Teil meiner Zeit geht jetzt in die Medienarbeit.

Ich mag es, verschiedene Aufgaben zu verbinden.

Dabei helfen mir viele Menschen im Hintergrund.

Hätte die Serie auch ohne Hubschrauber funktioniert?

Carola Holzner sagt:
Ich bin auch im Notarztwagen unterwegs.

Blaulicht fasziniert viele Menschen.
Es wirkt für viele heldenhaft.

Aber wir sehen uns nicht als Heldinnen und Helden.

Und Blaulicht zieht auch Gaffer an.

Carola Holzner sagt:
Das ist mir sehr wichtig:
Wir machen kein Fernsehen für Gaffer.

Wir gehen respektvoll mit Patientinnen und Patienten um.
Und auch mit ihren Angehörigen.

Es gibt Situationen, in denen die Kamera aus bleibt.
Manchmal kommt die Kamera gar nicht erst mit.

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten ist immer das Wichtigste.

Wer etwas über Medizin lernen möchte, kann die Sendung ansehen.
Wer nur Sensationen sehen will, ist bei dieser Sendung falsch.

Würden Sie jungen Menschen einen Beruf im Gesundheitswesen empfehlen?

Carola Holzner sagt:
Ja, aber es gibt auch ein großes Aber.

In diesem Beruf hat man viel mit Menschen zu tun.
Man erlebt Schicksale.
Man erlebt viel Zwischenmenschliches.

Genau das macht den Beruf besonders.

Menschen in diesem Beruf müssen gut im Team arbeiten können.
Wir erleben viel zusammen.
Und wir halten viel zusammen aus.

Wenn es sehr schwierig wird, wissen wir:
Deshalb machen wir diese Arbeit.

Das ist sehr wertvoll.

Ein Beruf im Gesundheitswesen kann dem Leben viel Sinn geben.

Früher haben das auch viele Zivildienstleistende erlebt.
Sie wussten nach der Schule oft noch nicht, was sie machen wollten.
Dann kamen sie zum Beispiel in ein Altenheim oder in den Rettungsdienst.
Viele blieben danach in diesem Bereich.

Ein Beispiel aus meinem Leben:
Vor ein paar Tagen hat sich eine Person bei mir bedankt.
Ich hatte diese Person wiederbelebt.
Sie sagte Danke für „1000 Tage im neuen Leben“.

So etwas kann man kaum erklären, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Ja, der Beruf ist anstrengend.
Aber er gibt auch sehr viel zurück.

Was würden Sie ändern, wenn Sie sehr viel Geld für Medizin und Forschung hätten?

Carola Holzner sagt:
Ich würde nicht allein entscheiden.
Dafür gibt es zu viele wichtige Menschen und Gruppen in diesem Bereich.

Aber ganz oben auf meiner Liste steht:
Das Gesundheitssystem muss sich mehr an den Patientinnen und Patienten orientieren.

Alle Menschen sollen gute medizinische Versorgung bekommen.

Außerdem sollen Notaufnahmen nicht mehr so viele kleine Beschwerden behandeln müssen.
Dafür braucht es eine bessere Versorgung außerhalb des Krankenhauses.
Zum Beispiel durch Hausärztinnen und Hausärzte.

In der Schule würde ich Gesundheitsunterricht einführen.
Kinder sollen früh lernen:

  • Was bedeutet Gesundheit?
  • Wie kann ich gesund leben?
  • Wie kann ich auch meinem Umfeld guttun?

Manchmal geht es um einfache Dinge.
Zum Beispiel um alte Hausmittel, die früher viele kannten.
Meine Oma kannte zum Beispiel Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen.

Viel Wissen ist verloren gegangen.
Dieses Wissen könnte das Gesundheitssystem entlasten.

Was könnte man sofort verändern?

Carola Holzner sagt:
Sofort ist wahrscheinlich nichts einfach umzusetzen.
Denn es fehlt Personal.

Wenn wir heute gute Entscheidungen treffen, sehen wir die Wirkung vielleicht erst in 10 Jahren.
Genau deshalb müssen wir jetzt anfangen.

Relativ schnell könnte man Patientinnen und Patienten besser informieren.

Wir müssen wieder mehr Verantwortung für unsere eigene Gesundheit übernehmen.
Wir müssen bewusster leben.

An manchen Orten muss die Medizin auch zu den Menschen kommen.

Es gibt Stadtviertel in Deutschland, in denen viele Menschen noch nie bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt waren.
Manche gehen erst zum Arzt, wenn es fast zu spät ist.

Dort sollten wir früher helfen.
Wir sollten mehr vorbeugen.

Welche Frage wurde Ihnen noch nie gestellt?

Carola Holzner sagt:
Ich warte auf diese Frage:
„Haben Sie Angst vor dem Tod?“

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Carola Holzner sagt:
Nein.

Ich habe ein Bild im Kopf:
Ich sehe eine Wiese voller Blumen.
Ich gehe barfuß über diese Wiese.
Ich gehe in Richtung Horizont.

Und ich glaube:
Ich werde dort viele Menschen wiedersehen.

Vielleicht waren diese Menschen nicht für immer weg.
Vielleicht habe ich sie nur eine Zeit lang nicht gesehen.

Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.

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