» Keiner von uns ist im Alleinbesitz der Wahrheit«

»Kommt mal alle wieder runter! Überraschung — auch andere können mal Recht haben. Für mich gilt: Wer ’ne andere Meinung hat, warum auch immer, ist nicht mein Feind. Er hat nur ’ne andere Meinung.«

Ein Porträt von Wolfgang Bosbach

Wolfgang Bosbach ist bekannt dafür, dass er immer eine klare Meinung hat. Er war Politiker und hat gesundheitliche Probleme. Trotzdem bleibt er optimistisch. Sein Glaube hilft ihm dabei.

Wann warst Du das letzte Mal in der Kirche?

Wolfgang Bosbach: Letzte Woche war ich in der Kirche zum heiligen Michael in Ellmau, Tirol. Die Kirche ist ein schönes Beispiel für sakrale Baukunst. Sie ist nicht prunkvoll, sondern eher schlicht und deshalb beeindruckend. Dort würde ich gerne eine Christmette feiern.

Warum gehst Du in die Kirche oder zu spirituellen Feiern?

Bosbach: In der Kirche finde ich Ruhe und kann nachdenken. Ich wende mich ganz Gott und dem christlichen Glauben zu. Vielleicht liegt es auch an meiner Erziehung, denn bei uns zu Hause war der Glaube immer wichtig.

Du bist bekannt für Deine klare Haltung. Warum bleibst Du in der Kirche?

Bosbach: Für mich ist die Kirche nicht wie ein Verein, den man wechselt oder verlässt. Es ist ein persönliches Bekenntnis zu meinem Glauben. In meiner Jugend habe ich nur gute Erfahrungen in der Kirche gemacht. Ich bin der Kirche dankbar. Es ist traurig, dass andere Menschen schlimme Erfahrungen gemacht haben.

Wolfgang Bosbach lächelnd

© Maurice Kohl

Als Experte gefragt: Wolfgang Bosbach ist nach wie vor öffentlich präsent.

Wie trennst Du die Institution Kirche und Deinen Glauben?

Bosbach: Ich mag klare Worte, will aber niemanden verletzen. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Gott, aber manchmal Probleme mit den Vertretern der Kirche. Willibert Pauels hält mich in der Kirche. Er ist die beste Werbung für unseren Glauben und ein echter Freund.

Was bedeutet der Glaube für Dich im Umgang mit Menschen oder in Deiner Arbeit?

Bosbach: Man fällt nie tiefer als in Gottes Hand. Der christliche Glaube ist eine frohe Botschaft. Das hilft besonders in schweren Zeiten.

Du hast gesagt: „Der Glaube heilt nicht, aber er hilft.“ Du hast Herzprobleme und unheilbaren Prostatakrebs. Trotzdem wirkst Du lebensfroh und zuversichtlich. Wie hilft Dir der Glaube?

Bosbach: Es ist, wie es ist, und es ging immer gut. Ich verzweifle nicht an Dingen, die ich nicht ändern kann. Ich habe gesundheitliche Sorgen, bin aber dankbar, dass ich trotz allem noch das tun kann, was ich möchte. Der Glaube trägt mich durchs Leben.

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