»Es geht oft um Politik. Es geht zu wenig um das Wichtigste«

Tobias Haberl ist Autor. Er glaubt: Alle Menschen suchen Gott. Viele merken das aber nicht. Sein Buch ist wie ein Glaubens-Bekenntnis für heute.

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Von Stephan Johnen

Tobias Haberl ist katholisch.
Er glaubt an Gott.

Früher war das für viele Menschen normal.
Heute muss Tobias Haberl oft erklären: Warum glaube ich an Gott?

Tobias Haberl hat ein Buch geschrieben.
Das Buch heißt:
„Unter Heiden – Warum ich trotzdem Christ bleibe“.

In dem Gespräch erklärt er:

  • warum die Kirche mehr ist als ihre Fehler,
  • warum Christen anderen Menschen helfen sollen,
  • warum der Glaube für viele Menschen wichtig sein kann.

Frage:
Braucht die Welt ein neues Glaubens-Bekenntnis?

Tobias Haberl:
Die Welt dreht sich auch ohne mein Buch weiter.

Am Anfang hatte ich keinen genauen Plan.
Ich hatte auch kein festes Ziel.
Das Schreiben war für mich nicht leicht.
Ich hatte selbst viele Zweifel.

Es gibt schon viele Bücher über Gott, Glauben und Religion.
Ich habe mich gefragt:
Warum soll ich noch ein Buch schreiben?

Ich bin kein Theologe.
Das bedeutet:
Ich habe nicht Religion studiert.

Und ich bin auch kein besonders frommer Mensch.

Frage:
Warum haben Sie das Buch trotzdem geschrieben?

Tobias Haberl:
Vorher habe ich einen Text im SZ-Magazin geschrieben.
Darin ging es um dieses Gefühl:

Ich glaube an Gott.
Aber viele Menschen verstehen das heute nicht mehr.

Nach dem Text habe ich sehr viele Briefe bekommen.
Es waren ungefähr 500 Briefe.

Viele Briefe waren sehr persönlich.
Viele Menschen haben mir gedankt.
Manche Briefe waren mit der Hand geschrieben.
Manche waren mehrere Seiten lang.

Da habe ich gemerkt:
Dieses Thema ist vielen Menschen wichtig.
Darum habe ich das Buch geschrieben.

Frage:
Fühlen Sie sich in der Medien-Welt allein mit Ihrem Glauben?

Tobias Haberl:
Vielleicht gibt es dort Christen, die sich allein fühlen.
Sie wünschen sich, dass jemand offen sagt:

Ich glaube an Gott.
Und die Kirche ist nicht nur schlecht.

Frage:
Warum war Ihr Buch so erfolgreich?

Tobias Haberl:
Ich glaube:
Viele Menschen haben von mir kein Buch über Glauben erwartet.

Ich bin kein Priester.
Ich bin kein Theologe.
Ich bin kein Religions-Lehrer.

Ich bin ein normaler Christ.
Ich sage:
Ich glaube an Gott.

Und ich sage auch:
Die Kirche ist wertvoll.
Auch wenn sie Fehler gemacht hat.
Auch wenn Menschen in der Kirche schwere Schuld auf sich geladen haben.

Ich schreibe über meine Erfahrungen.
Ich schreibe über meine Zweifel und Ängste.
Ich schreibe aber auch über die Freude am christlichen Leben.

Ich lebe in einem offenen und modernen Umfeld.
Darum hat mein Buch viele überrascht.
Vielleicht finden es viele deshalb glaubwürdig.

Frage:
Sprechen Sie auch privat über Ihren Glauben?

Tobias Haberl:
Seit dem Buch spreche ich öfter darüber.
Viele Menschen fragen mich danach.

Früher war das anders.
Da kam das Thema Glauben kaum vor.
Die meisten Menschen in meinem Alltag interessieren sich wenig für Religion.

Frage:
Schauen Menschen Sie komisch an, wenn Sie über Kirche und Glauben sprechen?

Tobias Haberl:
Viele Menschen denken bei Kirche sofort an schlechte Dinge.
Sie benutzen oft negative Wörter.

Aber sie sprechen wenig darüber:

  • dass Christen anderen Menschen helfen,
  • dass es im Evangelium um Liebe geht,
  • dass der Glaube Trost geben kann,
  • dass der Glaube Hoffnung geben kann,
  • dass der Glaube schön sein kann.

Viele Menschen sprechen über die Kirche wie über eine Partei oder einen Verein.
Sie sagen:
Die Kirche muss schnell moderner werden.

Aber das ist mir zu einfach.

Ich glaube:
Unsere Gesellschaft versteht Freiheit oft falsch.

Viele denken:
Freiheit heißt, dass jeder immer tun kann, was er will.

Aber das ist keine echte Freiheit.
Das kann zu Unruhe und Chaos führen.

Frage:
Klingt das altmodisch?

Tobias Haberl:
Das Wort „altmodisch“ wird oft benutzt, damit ein Gespräch endet.

Aber ich glaube:
Nicht alles Neue ist gut.
Und nicht alles Alte ist schlecht.

Mich interessiert nicht zuerst:
Ist etwas modern?

Mich interessiert:
Ist es gut für meine Seele?

Ich will nicht zurück in frühere Zeiten.
Ich lebe gern heute.

Trotzdem schaue ich genau hin.
Viele moderne Dinge tun uns nicht gut.
Sie schaden zum Beispiel:

  • unserem Wohlbefinden,
  • unserer Gesundheit,
  • unserer Seele.

Auch ich bin oft zu lange am Handy.
Auch ich lebe digital.

Aber ich glaube:
Menschen brauchen manchmal Schutz vor sich selbst.
Auch vor ihren eigenen Wünschen.

Der Glaube kann dabei helfen.
Auch die Kirche kann dabei helfen.

Für mich sind die christlichen Botschaften nicht altmodisch.
Sie gelten immer.

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© Stephan Johnen

Vor seiner Lesung in Aachen hat Tobias Haberl den Dom besucht.

Frage:
Was bedeutet Christ-Sein für Sie?

Tobias Haberl:
Ich glaube an Gott.
Ich glaube an das ewige Leben.

Ich versuche so zu leben, wie Jesus Christus es gezeigt hat.
Sein Leben gibt mir Halt.

Jesus zeigt mir:

  • wie ich mit einem schnellen Alltag umgehen kann,
  • wie ich schwierige Zeiten aushalten kann,
  • wie gute Beziehungen gelingen können.

Ich glaube:
Heute sind besonders Laien wichtig.

Laien sind Christen, die keine Priester sind.
Sie können die gute Botschaft weitererzählen.

Die Kirche hat viel Vertrauen verloren.
Das liegt auch am Missbrauchs-Skandal.

Viele Menschen hören nicht mehr zu,
wenn ein Pfarrer oder ein Bischof spricht.

Aber wenn ein normaler Christ spricht,
werden manche Menschen neugierig.

Das erlebe ich gerade.
Darin liegt eine Chance.

Frage:
Welches Ziel haben Sie?

Tobias Haberl:
Ich habe kein großes Ziel.
Ich wollte einfach ein paar Dinge aufschreiben und erklären.

Mein Buch ist ein öffentliches Zeugnis für meinen Glauben.

So ist das Christentum groß geworden:
Die Apostel sind in die Welt gegangen.
Sie haben von Jesus Christus erzählt.

Das ist der Kern des Glaubens.
Das fasziniert Menschen seit 2000 Jahren.

Heute geht es in der Kirche oft um Politik.
Es geht zu wenig um das Wichtigste.

Frage:
Haben Sie sich schon immer zu Ihrem Glauben bekannt?

Tobias Haberl:
Ich bin katholisch aufgewachsen.

Trotzdem war mein Glaube lange nicht sehr wichtig für mich.
Ich habe gesagt:
Ich bin Christ.
Ich glaube an Gott.

Aber ich habe meinen Glauben kaum gelebt.

Vor einigen Jahren habe ich gläubige Menschen getroffen.
Dadurch wollte ich mich wieder mehr mit Gott beschäftigen.
Und auch mit der Kirche.

Ich habe gemerkt:
In meinem Leben fehlt etwas.
Da ist eine Lücke.

Frage:
Was hat Ihnen gefehlt?

Tobias Haberl:
Mir fehlte der Rhythmus eines gläubigen Lebens.

Mir fehlten:

  • feste Gewohnheiten,
  • Vertrauen,
  • Hoffnung.

Ich suchte Hoffnung über dieses Leben hinaus.
Ich suchte ein größeres Ziel.
Ich suchte einen letzten Grund für mein Leben.

Das wurde plötzlich wieder wichtig für mich.

Mich fasziniert zum Beispiel das Leben im Kloster.
Ein Kloster ist ein besonderer Ort.

Dort leben Menschen einfach.
Dort wenden sich Menschen ganz Gott zu.
Viele fühlen sich dort Gott nahe.

Frage:
Was suchen die Menschen heute?

Tobias Haberl:
Ich glaube:
Eigentlich suchen alle Menschen Gott.

Die meisten wissen es nur nicht.

Wenn der Glaube trägt,
wird die Angst kleiner.

Dann spürt man:
Ich bin angenommen.
Ich werde geliebt.
Ohne Bedingungen.

Und man glaubt:
Der Tod ist nicht das Ende.

Frage:
Ist Glaube nur Trost für das Volk?

Tobias Haberl:
Der Schriftsteller Chesterton hat einmal gesagt:

Wenn Menschen nicht mehr an Gott glauben,
glauben sie nicht an nichts.
Sie glauben an alles Mögliche.

Ich finde:
Er hat recht.

Menschen suchen heute Liebe und Geborgenheit an vielen Orten.
Aber oft suchen sie nicht in der Kirche.

Vielleicht liegt das daran:
Die Kirche verlangt auch etwas.

Viele moderne Menschen wollen keine Verbote.
Sie wollen keine Pflichten.
Sie erkennen keine Autorität an.

Und schon gar nicht einen Gott,
den man nicht beweisen kann.

Frage:
Ist der Katholizismus nicht modern?

Tobias Haberl:
Die Schönheit eines gläubigen Lebens kann man schwer erklären.
Man muss sie erleben.

Viele Menschen können schlecht vertrauen,
wenn es keine Garantie gibt.

Glaube bedeutet auch:

  • nicht immer nur an sich selbst denken,
  • Kontrolle abgeben,
  • leiser werden,
  • kleiner werden.

Darin liegt eine andere Freiheit.
Diese Freiheit ist tief.

Denn wir Menschen sind oft nicht wirklich frei.
Wir sind ständig am Handy.
Wir folgen unseren spontanen Wünschen.
Wir lassen uns von großen Technik-Firmen beeinflussen.

Das fühlt sich nur wie Freiheit an.

In Wahrheit fällt uns vieles schwer:

  • Stille aushalten,
  • echte Nähe zulassen,
  • ruhig werden.

Gleichzeitig sehnen wir uns genau danach.

Frage:
Unterhalten wir uns zu Tode?

Tobias Haberl:
Viele Jahre kann das funktionieren.

Aber dann kommen Krisen.
Zum Beispiel:

  • Ein Mensch geht weg.
  • Ein Mensch stirbt.
  • Etwas Schweres passiert.

Dann wirkt der Glaube plötzlich nicht mehr so fremd.
Dann merkt man:
Unterhaltung und Konsum tragen nicht alles.

Frage:
Welche Rolle spielt christlicher Einsatz in der Welt?

Tobias Haberl:
Millionen Menschen machen die Welt besser.
Sie machen die Welt wärmer und menschlicher.

Sie tun das im Namen von Jesus Christus.

Sie kümmern sich um:

  • kranke Menschen,
  • einsame Menschen,
  • sterbende Menschen.

Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen.
Ich bin zum Beispiel in keiner Gemeinde aktiv.

Dafür habe ich dieses Buch geschrieben.
Ich spreche mit Menschen.
Ich erzähle von meinem Glauben.

Das ist doch auch etwas.

Tobias Haberl

Tobias Haberl ist im Schwarzwald aufgewachsen.
Heute lebt er in München.

Er schreibt für das Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Das Katechetische Institut Aachen hat ihn eingeladen.
Er war dort für eine Lesung und ein Gespräch.

Tobias Haberl ist 50 Jahre alt.

Sein Buch heißt:
„Unter Heiden. Warum ich dennoch Christ bleibe“.

Das Buch ist im btb-Verlag erschienen.

Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.

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