Praymobil
Hier sieht man viele besondere Dinge: Tränen, Blut, Blumen und Bonbons.

Eine Ausstellung über Kunst im Mittelalter
Im Eingang vom Museum stehen schon Jesus und eine kleine Eselin.
Die Eselin geht ruhig Schritt für Schritt.
So zeigen sie den Weg in die Ausstellung.
Die Ausstellung lädt Dich ein:
Du kannst staunen.
Du kannst in eine Welt des Glaubens eintauchen.
Dort siehst Du viele besondere Dinge:
- Tränen
- Blut
- Blumen
- Bonbons
- kleine Jesus-Kinder ohne Kleidung
- geheimnisvolle Bilder
- lustige Einzelheiten
- auch erschreckende Bilder
Diese Dinge zeigen:
Der Glaube war im Mittelalter sehr wichtig.
Das Mittelalter war eine Zeit vor vielen hundert Jahren.
Die Ausstellung heißt:
„Praymobil: Mittelalterliche Kunst in Bewegung“.
„Pray“ ist Englisch und bedeutet: beten.
„mobil“ bedeutet: beweglich.
In der Ausstellung geht es also um:
Beten und Bewegung.
Das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen zeigt diese Ausstellung.
So eine Ausstellung gab es dort noch nie.
Du kannst die Ausstellung bis zum 15. März besuchen.
Sie ist im Museum in Aachen.
Die Adresse ist:
Wilhelmstraße 18.
Die Ausstellung zeigt bekannte Dinge auf neue Weise.
Es geht um alte Bräuche.
Und es geht um Gegenstände, die Menschen früher für ihren Glauben benutzt haben.

© Bistum Aachen - Andreas Steindl
Gutes Team bei „Praymobil“ vor einem Trageschrein von 1475.
Eine besondere Ausstellung
Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal weltweit:
So haben Menschen im Mittelalter Figuren wirklich benutzt.
Viele Figuren waren nicht nur zum Anschauen da.
- Man konnte sie bewegen.
- Man konnte sie tragen.
- Man konnte mit ihnen Rituale feiern.
Ein Ritual ist eine feste Handlung im Glauben.
Zum Beispiel ein Gebet oder eine Prozession.
Eine Prozession ist ein feierlicher Zug von Menschen.
In der Ausstellung gibt es zum Beispiel:
- Figuren mit beweglichen Armen und Beinen
- Jesus-Figuren am Kreuz
- Christus-Figuren mit Wunden
- kleine Jesus-Kinder
- Figuren für Prozessionen
Manche Figuren wirken sehr alt und streng.
Andere Figuren wirken liebevoll.
Ein kleines Jesus-Kind wurde sogar in ein Bettchen gelegt.
Diese Menschen haben die Ausstellung geplant:
Michael Rief
Er ist Kurator.
Ein Kurator plant Ausstellungen.
Er ist auch stellvertretender Direktor vom Museum.
Dagmar Preising
Sie ist Ko-Kuratorin.
Maria Geuchen
Sie ist Ko-Kuratorin.
Till-Holger Borchert
Er ist Direktor vom Museum.
Das Team hat mehr als 2 Jahre geplant.
Jetzt freut sich das Team sehr über die Ausstellung.
Das Ergebnis hat sogar die Fachleute überrascht.
Viele Kunstwerke kommen von weit her
In der Ausstellung sind etwa 80 Kunstwerke zu sehen.
Etwa 70 Kunstwerke sind Leihgaben.
Das bedeutet:
Andere Museen oder Kirchen geben die Kunstwerke nur für eine Zeit nach Aachen.
10 Kunstwerke gehören dem Museum selbst.
Das Team musste für die Leihgaben viele Orte besuchen.
Zum Beispiel:
- Tirol
- Österreich
- Salzburg
- die Niederlande
- Belgien
- die Schweiz
- Deutschland
- Frankreich
- Ungarn
Manchmal war es schwer, die Besitzerinnen und Besitzer zu überzeugen.
Viele wollten ihre religiösen Kunstwerke nicht weggeben.
Auch nicht für kurze Zeit.
Besonders schwer war das in Tirol.
Michael Rief kommt selbst aus Tirol.
Darum konnte er mit den Menschen dort in ihrer Mundart sprechen.
Das hat geholfen.
Die Ausstellung stellt Fragen
Die Ausstellung zeigt nicht einfach nur schöne Kunstwerke.
Sie stellt auch Fragen.
Zum Beispiel:
Warum blutet eine Jesus-Figur am Kreuz?
In der Ausstellung gibt es eine Jesus-Figur aus Freiburg in der Schweiz.
Sie wurde ungefähr im Jahr 1550 gemacht.
An der Seite der Figur gibt es ein kleines Loch.
Durch dieses Loch konnte man rote Flüssigkeit einfüllen.
Dann sah es so aus, als würde Jesus bluten.
Eine andere Kreuz-Figur kommt aus Nauders in Tirol.
Diese Figur hat eine Öffnung am Rücken.
Mit Schnüren konnte man den Kopf der Figur bewegen.
Warum waren manche Figuren beweglich?
Dafür gab es praktische Gründe.
Am Karfreitag erinnerten die Menschen an den Tod von Jesus.
Manche Jesus-Figuren hingen zuerst am Kreuz.
Dann wurden die Arme der Figur gesenkt.
So konnte man zeigen:
Jesus wird vom Kreuz abgenommen.
Danach wurde gezeigt:
Jesus wird ins Grab gelegt.
Menschen trauern um Jesus.
Das war wie ein religiöses Theater-Spiel.
Die Menschen konnten so die Geschichte besser erleben.
Viele kleine Jesus-Kinder
In der Ausstellung gibt es viele Christkinder.
Das sind Figuren vom Jesus-Kind.
Sie sind unterschiedlich groß.
Viele sind ohne Kleidung dargestellt.
Sie liegen in mildem Licht.
Früher gab es Orte, an denen viele solche Figuren hergestellt wurden.
Ein wichtiger Ort war Mechelen.
Mechelen liegt heute in Belgien.
Dort wurden viele kleine Jesus-Figuren gemacht.
Sie sahen aus wie kleine Jungen.
Sie hatten zarte Haut und Grübchen.
Diese Figuren waren sehr beliebt.
Sie wurden in viele Länder verkauft.
Dagmar Preising sagt:
Jedes Mädchen, das in ein Kloster ging, bekam so ein Christkind als frommes Geschenk.
Mit manchen Christkind-Figuren wurde sogar gespielt.
Bilder, die handeln
Bei „Praymobil“ geht es um Bilder und Figuren, die etwas tun.
- Die Figuren erzählen Geschichten.
- Sie erinnern an den Glauben.
- Sie machen Menschen nachdenklich.
- Sie bewegen etwas in den Menschen.
Ein Beispiel ist eine „Maria Gravida“ aus Nürnberg.
Das bedeutet: Maria ist schwanger.
Bei dieser Figur kann man das Kind herausnehmen.
Auch bei anderen Figurengruppen kann man Teile bewegen.
Zum Beispiel bei einer Figurengruppe aus Köln.
Sie heißt „Anna selbdritt“.
Darauf sieht man:
- Anna - Das ist die Mutter von Maria.
- Maria
- Jesus als Kind
Das Jesus-Kind kann man abnehmen.
Man konnte es an verschiedene Stellen setzen.
Die Figuren waren mitten im Leben
Die Figuren wurden früher oft bei Festen benutzt.
Sie standen nicht nur im Museum.
Sie waren mitten im Leben der Gläubigen.
Ein Beispiel sind Palmesel.
Ein Palmesel ist eine Figur: Jesus sitzt auf einem Esel.
Am Palmsonntag wurden solche Figuren durch die Straßen gezogen.
Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern.
Die Wege waren oft uneben.
Darum bekamen die Figuren viele Schäden.
Menschen warfen auch Zweige auf die Figuren.
Oft waren das Weidenkätzchen.
Wenn die Zweige die Figur berührten, galten sie als gesegnet.
Die Menschen nahmen die Zweige mit nach Hause.
Manchmal saßen sogar Kinder auf dem Palmesel:
- vor Jesus
- hinter Jesus
- unter dem Esel
Für Restauratorinnen und Restauratoren ist das schwierig.
Denn die Spuren sind bis heute zu sehen.
Ein Restaurator repariert alte Kunstwerke.
Wenn Rituale zum Spektakel werden
Manche religiösen Feiern waren sehr eindrucksvoll.
Zum Beispiel wurde die Himmelfahrt von Jesus gezeigt.
Himmelfahrt bedeutet: Jesus geht zu Gott in den Himmel.
In manchen Kirchen gab es dafür ein „Himmelloch“.
Das war eine Öffnung in der Decke der Kirche.
Durch diese Öffnung wurde eine Christus-Figur nach oben gezogen.
In der Ausstellung gibt es eine Figur aus Thaur in Tirol.
Sie heißt „Christus in der Mandorla“.
Sie wurde ungefähr im Jahr 1520 gemacht.
Eine Mandorla ist eine mandel-förmige Umrahmung um Jesus.
Die Figur wurde an einem Haken hochgezogen.
Ein Video zeigt, wie das funktioniert hat.
Man sieht auch:
Am Eingang zum „Himmel“ halfen Menschen mit den Händen.
Diese Hände waren fast unsichtbar.
Manchmal ging so eine Himmelfahrt schief.
Figuren stürzten ab.
An manchen Schäden kann man das heute noch erkennen.
Manche Spuren waren gewollt
Es gibt auch Schäden, die absichtlich entstanden sind.
Ein Beispiel ist eine Christus-Figur aus einer evangelischen Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg.
Die Figur zeigte zuerst Jesus im Grab.
Im Jahr 1534 wurde sie anders gedeutet:
Sie galt dann als Heiliger Urban.
Der Heilige Urban ist der Schutz-Patron der Winzer.
Winzer bauen Wein an.
Wenn das Wetter schlecht war und die Ernte schlecht wurde, waren die Menschen wütend.
Dann warfen sie die Figur die Treppe hinunter.
Ein Skelett auf einem Löwen
Die Ausstellung zeigt viele besondere Dinge.
Auch Automaten sind dabei.
Ein Automat ist eine Figur, die sich mechanisch bewegen kann.
Ein Beispiel zeigt den Tod als Skelett.
Das Skelett reitet auf einem Löwen.
Der Löwe hat eine bewegliche Zunge.
Nach einer bestimmten Zeit macht die Figur Lärm.
Dann schlägt das Skelett mit einem Knochen auf den Löwen.
Diese Figur erinnert die Menschen daran:
Alle Menschen müssen sterben.
Dafür gibt es ein lateinisches Wort:
„Memento Mori“.
Das bedeutet: Denk daran, dass Du sterben musst.
Die Figur ist eine Kopie von einer Figurengruppe aus dem Jahr 1513.
Das Original ist im Bayerischen Nationalmuseum in München.
Wunderschön und erschreckend zugleich
Viele Kunstwerke in der Ausstellung sind sehr kunstvoll gemacht.
Sie sind bis heute beeindruckend.
Sie zeigen zum Beispiel:
- den leidenden Jesus
- Blut und Wunden
- Jesus am Kreuz
- Jesus im Grab
- prächtige heilige Gräber
- Engel mit kleinen Glocken
- Maria-Figuren mit langen Locken
Manche Werke wirken himmlisch und heilig.
Manche wirken geheimnisvoll.
Manche wirken auch erschreckend.
Das Streuengelchen aus Aachen
„Praymobil“ zeigt eine Welt, die viele Menschen heute kaum kennen.
Aber manche Bräuche gibt es noch immer.
Auch in einzelnen Kirchengemeinden.
Ein Beispiel ist das „Streuengelche van der Rues“.
Das ist Aachener Mundart.
Es bedeutet ungefähr: das kleine Streu-Engelchen vom Rosviertel.
Das Rosviertel ist ein Viertel in Aachen.
Das Streuengelchen ist eine kleine Figur.
Sie trägt ein goldenes Kleid.
Sie hat helle Locken.
Bis heute gibt es ein Fest vom Streuengelchen-Verein.
Den Verein gibt es seit dem Jahr 1705.
Bei diesem Fest wird die Figur mechanisch bewegt.
Dann streut sie Bonbons.
Früher freuten sich besonders arme Menschen darüber.
Für sie war das wie ein kleines Wunder.
Noch viele Fragen offen
Die Ausstellung zeigt: Mittelalterliche Kunst war oft beweglich.
Sie wurde benutzt.
Sie gehörte zu Festen und zum Glauben der Menschen.
Aber es gibt noch viele offene Fragen.
Darum ist die Ausstellung auch wichtig für die Forschung.
Sie kann helfen, noch mehr über diese besondere Kunst zu lernen.
Eindrücke aus der Ausstellung
Die Bilder zeigen verschiedene Kunstwerke und Szenen aus der Ausstellung „Praymobil“.
Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.










