Sicherheit mit einem sanften Lächeln
Jedes Jahr kommen 1,3 Millionen Menschen in den Aachener Dom. Die Domschweizerinnen und Domschweizer begrüßen sie dort.

© Andreas Steindl
Irmgard Vogel und Erhard Sickert öffnen die große Tür aus Bronze.
Von Sabine Rother
„Bitte nehmen Sie die Kappe ab!“
Der Hinweis ist klar und freundlich.
Der junge Mann nimmt seine bunte Mütze ab.
Er hält sie in der Hand.
Er wirkt etwas unsicher.
Willi Radel leitet den Dienst der Domschweizerinnen und Domschweizer.
Er nickt dem jungen Mann freundlich zu.
Jedes Jahr kommen etwa 1,3 Millionen Menschen in den Aachener Dom.
Für den jungen Mann ist der Dom schon jetzt etwas Besonderes.
Er schaut staunend auf die glänzenden Mosaike.
Dann geht er zum Hauptaltar.
Domschweizerinnen und Domschweizer achten auf die Besucherinnen und Besucher.
Manchmal kommen sehr viele Menschen gleichzeitig in den Dom.
Dann müssen sie besonders aufmerksam sein.
Sie schützen die Würde des Ortes.
Und sie sorgen für Sicherheit.
Sie helfen auch den Gästen.
Viele Menschen stellen Fragen.
Zum Beispiel:
Ist der Dom wirklich so alt?
Andere fragen nach der Beichte.
Oder nach den Gottesdiensten.
Denn der Dom ist kein Museum.
Im Dom leben Menschen ihren Glauben.
Auch heute noch.
Irmgard Vogel sagt:
„Wir weisen natürlich auf Domführungen hin.
Aber ein paar Dinge wissen wir auch.“
Irmgard Vogel ist eine von vier Domschweizerinnen.
Erst seit kurzer Zeit dürfen auch Frauen diesen Dienst machen.
Ein Dienst dauert etwa sechs Stunden.
In dieser Zeit müssen die Domschweizerinnen und Domschweizer ruhig bleiben.
Und sie müssen klar auftreten.
- Sie verwalten alle Schlüssel.
- Sie begleiten die Gottesdienste.
- Und sie passen gut auf.
Manchmal müssen sie auch die Freitagsglocke läuten.
Das ist freitags um 15 Uhr.
Das machen sie, wenn der Küster nicht da ist.
Im Moment gibt es aber ein Problem.
Es gibt 16 aktive Domschweizerinnen und Domschweizer.
Einige hören bald auf.
Der Grund:
Sie werden 75 Jahre alt.
Mit 75 Jahren endet jeder Kirchendienst.
Das ist ein großer Verlust.
Für Willi Radel wird die Planung dadurch schwieriger.
Denn im Dom wird jeden Tag Hilfe gebraucht:
von 7 bis 13 Uhr,
von 13 bis 18 Uhr,
am Wochenende bis 19 Uhr,
und bei besonderen Ereignissen auch zu anderen Zeiten.
Willi Radel sagt:
„Wir möchten Frauen und Männer sehr ermutigen, sich bei uns zu melden.“
Irmgard Vogel sagt:
„Es ist eine wirklich schöne Aufgabe.“
Sie war früher Lehrerin.
Sie sagt:
„Auch nach zwei Jahren entdecke ich noch immer Neues.“
Die Domschweizerinnen und Domschweizer tragen manchmal festliche Kleidung.
Diese Kleidung ist schwer.
Sie tragen sie nur bei besonderen Anlässen.
Zum Beispiel beim Karlsfest am 28. Januar.
Im Alltag tragen sie moderne und praktische Kleidung.
Dazu gehört auch eine warme Weste.
Denn im Dom ist es oft zugig.
Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist nicht leicht.
Dabei ist die Aufgabe spannend.
Und man bekommt Geld dafür.
Irmgard Vogel sagt:
„Man ist in einer Gruppe, die zusammenhält.
Dort fühlt man sich gut und sicher.“
Auch Erhard Sickert erinnert sich gern an den Dienst.
Er musste vor Kurzem wegen seines Alters aufhören.
Er sagt:
„In zehn Jahren habe ich viel erlebt.
Es gab auch einige schwierige Menschen.“
Er hat die Besucherinnen und Besucher immer freundlich empfangen.
Und sicher.
Am Eingang steht eine Sammelbox.
Wer fotografieren möchte, soll dort einen Euro einwerfen.
Die Box steht am Eingang zur Chorhalle.
Die Domschweizerinnen und Domschweizer behalten sie im Blick.
Willi Radel sagt:
„Ganz ideal finden wir das nicht.
Aber die Spenden sind wichtig.“
Für neue Kolleginnen und Kollegen gibt es eine gute Einarbeitung.
Das bedeutet:
Sie lernen den Dienst Schritt für Schritt.
Neue Mitarbeitende müssen gut stehen können.
Denn im Dienst kann man sich nur selten hinsetzen.
Willi Radel erklärt:
„Am Anfang geht man eine Zeit lang mit den Kolleginnen und Kollegen mit.
Das ist schon sehr spannend.“
Im Schweizerzimmer ziehen die Mitarbeitenden die passende Kleidung an.
Dann lernen sie viele Orte im Dom kennen.
Zum Beispiel:
- das Hauptportal,
- das Oktogon,
- die Kapellen,
- die Chorhalle mit den Schreinen,
- das Hochmünster,
- die Sakristei,
- die Technik,
- und die Domschatzkammer.
Überall müssen die Domschweizerinnen und Domschweizer gut aufpassen.
Der Dienst beginnt morgens.
Dann wird der Dom vor der Messe um 7 Uhr geöffnet.
Abends endet der Dienst mit dem Schließen des Doms.
Irmgard Vogel sagt:
„Die Kerzenständer müssen wir regelmäßig reinigen.
Das ist wichtig für die Sicherheit.“
Viele Besucherinnen und Besucher bemerken diese Arbeit nicht.
Wenn es im Dom zu laut wird, hört man manchmal ein „Schschscht“.
Das machen die Domschweizerinnen und Domschweizer nur, wenn es nötig ist.
Aber es hilft.
Die Domschweizerinnen und Domschweizer mögen es, wenn der Dom nicht zu voll ist.
Dann können sie die einzelnen Gäste besser sehen.
Hunde und Katzen sind im Dom nicht erlaubt.
Trotzdem versuchen manche Menschen, Tiere mitzubringen.
Erhard Sickert erzählt:
„Dann sind die Menschen oft verärgert.“
Ein Hund lag einmal in einem Kinderwagen.
Ein anderer Hund war in einem Baby-Tragetuch versteckt.
Bei medizinischen Begleithunden ist es anders.
Diese Hunde dürfen mitkommen.
Sie helfen ihren Besitzerinnen und Besitzern.
Das geht im Dom nicht:
- lautes Reden,
- lautes Lachen,
- Fast Food,
- Getränke,
- und zu offene Kleidung.
Zum Beispiel:
Männer mit Muskel-Shirts fallen auf.
Dann sprechen die Domschweizerinnen und Domschweizer die Gäste an.
Willi Radel erklärt:
„Wir bitten solche Besucher in die Vorhalle.
Dann fragen wir:
Haben Sie eine Jacke oder einen Pullover im Rucksack?“
Wenn die Gäste nichts zum Überziehen haben, dürfen sie den Dom nur von außen ansehen.
Was ist schön an dieser Aufgabe?
Man trifft immer wieder neue Menschen.
Sie kommen aus vielen Ländern.
Man arbeitet mit vielen Menschen im Bistum Aachen zusammen.
Zum Beispiel mit:
- Dompropst Rolf-Peter Cremer,
- Priestern,
- Messdienerinnen und Messdienern,
- Musikerinnen und Musikern,
- und Sängerinnen und Sängern.
Bei besonderen Anlässen wird das große Portal aus Bronze geöffnet.
Dann bewegen die Domschweizerinnen und Domschweizer zweieinhalb Tonnen Bronze.
Das ist immer ein besonderer Moment.
Irmgard Vogel sagt:
„Und ein schöner.“
Jeden Tag gibt es Überraschungen.
Vor Kurzem kam eine Gruppe vom Zirkus Roncalli.
Alle trugen Kostüme.
Und alle waren geschminkt.
Willi Radel sagt:
„Ein Clown im Dom, das war schon ungewöhnlich.
Aber sie waren sehr freundlich und sehr respektvoll.“
Die Tradition geht auf Kaiser Karl zurück.
Der Dienst der Domschweizerinnen und Domschweizer hat eine lange Geschichte.
In Aachen gibt es diesen Dienst schon sehr lange.
Schon zur Zeit der Marienkirche von Karl dem Großen gab es Wächter an der Kirche.
Über viele Jahrhunderte blieb der Dienst bestehen.
Die Kleidung änderte sich immer wieder.
Sie passte sich der Mode der Zeit an.
Der älteste Hinweis auf Wächter an der Kirche stammt von Einhard.
Einhard war der Schreiber von Karl dem Großen.
Einhard schrieb in einem Buch über Karl den Großen.
Das Buch heißt „Vita Karoli Magni“.
Es entstand in den Jahren 817 bis 836.
Darin steht:
Karl der Große erinnerte die Kirchendiener oft an ihre Aufgabe.
Sie sollten darauf achten, dass nichts Unpassendes in der Kirche passiert.
Und dass nichts Schmutziges in der Kirche bleibt.
Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.











