„Viel Physik kann zu Gott führen“
Natur-Wissenschaft erklärt die Welt immer besser, sagt Thomas Schwartz. Aber sie erklärt nicht den Sinn. Dafür ist der Glaube wichtig.

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Von Stephan Johnen
Harald Lesch ist Astrophysiker.
Das bedeutet:
Er erforscht Sterne, Planeten und das Weltall.
Thomas Schwartz ist katholischer Theologe und Pfarrer.
Theologe bedeutet:
Er beschäftigt sich mit Gott, Glauben und Religion.
Harald Lesch und Thomas Schwartz sprechen in einer ZDF-Sendung miteinander.
Die Sendung heißt:
„Lesch sieht Schwartz“.
In der Sendung geht es um große Fragen:
- Was ist der Sinn des Lebens?
- Was kann Wissenschaft erklären?
- Was kann der Glaube erklären?
- Wie sollen Menschen mit Technik umgehen?
- Warum müssen Menschen sich Grenzen setzen?
Thomas Schwartz sagt:
Natur-Wissenschaft und Glaube müssen kein Gegensatz sein.
Natur-Wissenschaft kann die Welt erklären.
Aber der Glaube kann nach dem Sinn fragen.
Frage:
Können Wissenschaft und Glaube zusammenpassen?
Thomas Schwartz sagt:
Natur-Wissenschaft kann sehr viel.
Sie kann die Welt genau beschreiben.
Sie kann erklären, wie Dinge funktionieren.
Sie kann Natur-Gesetze erkennen.
Aber Natur-Wissenschaft kann nicht sagen:
Was ist der Sinn von allem?
Diese Frage gehört zum Glauben.
Wenn Forschende der Welt einen Sinn geben wollen,
kommen sie an Grenzen.
Frage:
Braucht der Mensch Gott, wenn er die Welt berechnen kann?
Thomas Schwartz sagt:
Natur-Wissenschaft fragt nicht nach dem Sinn.
Aber Menschen fragen nach dem Sinn.
Menschen fragen:
- Warum gibt es mich?
- Wozu lebe ich?
- Was soll das alles?
Natur-Wissenschaft gibt darauf keine Antwort.
Theologie kann Antworten anbieten.
Theologie ist die Wissenschaft vom Glauben.
Thomas Schwartz sagt:
Viele Menschen suchen nach Antworten.
Und viele Menschen können mit Antworten aus dem Glauben etwas anfangen.
Ein wichtiger Gedanke von Thomas Schwartz
Thomas Schwartz sagt sinngemäß:
Wenn Menschen sein wollen wie Gott,
machen sie oft vieles kaputt.
Dann entstehen Angst und Tod.
Frage:
Kann ein Natur-Wissenschaftler gläubig sein?
Thomas Schwartz sagt:
Ja.
Ein bisschen Natur-Wissenschaft kann Menschen von Gott wegführen.
Dann denken manche:
Ich brauche Gott nicht.
Aber sehr viel Natur-Wissenschaft kann Menschen wieder zu Gott führen.
Denn wer die Natur genau anschaut,
kann sehr staunen.
Es ist sehr unwahrscheinlich,
dass es jeden einzelnen Menschen genau so gibt.
Und trotzdem gibt es uns.
Mit unseren Fragen.
Mit unserem Denken.
Mit unserem Suchen nach Sinn.
Darum bleibt die Frage nach Gott wichtig.
Gott kann dem Ganzen Sinn geben.
Frage:
Gibt es einen Widerspruch zwischen Glaube und Wissenschaft?
Thomas Schwartz sagt:
Für Harald Lesch gibt es diesen Widerspruch nicht.
Glaube, Theologie und Natur-Wissenschaft passen für ihn zusammen.
Auch Theologen sind Wissenschaftler.
Sie arbeiten mit festen Regeln und Methoden.
Theologie ist nicht unvernünftig.
Manche Menschen denken:
Glaube und Natur-Wissenschaft schließen sich aus.
Thomas Schwartz sagt:
Das ist zu einfach gedacht.
Frage:
Warum ist Glaube wichtig für unser Leben?
Thomas Schwartz sagt:
Glaube und Theologie sind wichtig.
Manche Menschen sagen:
Ich glaube an nichts.
Mir fehlt nichts.
Thomas Schwartz sagt:
Das ist oft ein falsches Versprechen der modernen Zeit.
Dieses Versprechen lautet:
Du musst dich um nichts kümmern.
Alles wird immer besser.
Aber das stimmt nicht immer.
Heute gibt es viele Unsicherheiten:
- Kriege
- Streit zwischen Ländern
- Angst vor der Zukunft
- große Gegensätze in der Gesellschaft

© Vatican Media
Wie soll die Zukunft der Kirche aussehen? Diese Frage beschäftigt auch Thomas Schwartz, hier zu sehen in einem Gespräch mit Papst Franziskus beim Ende der Weltsynode.
Frage:
Hat Thomas Schwartz Angst vor der Zukunft?
Thomas Schwartz sagt:
Er persönlich hat keine Angst.
Aber er versteht,
dass viele Menschen Angst vor der Zukunft haben.
Lange hat die Gesellschaft gesagt:
Den Kindern wird es einmal besser gehen als ihren Eltern.
Viele Menschen glauben das heute nicht mehr.
Darum sehnen sich manche Menschen nach früheren Zeiten.
Sie sagen:
Früher war alles besser.
Manche Parteien und Politiker geben einfache Antworten auf schwere Fragen.
Zum Beispiel sagen sie:
Wenn wir nur bestimmte Menschen wegschicken,
aus Bündnissen austreten
oder neue Regeln für Handel machen,
dann wird alles wieder gut.
Thomas Schwartz sagt:
Solche Antworten sind zu einfach.
Viele Menschen sind wütend.
Sie haben Angst, etwas zu verlieren.
Sie fühlen sich von wichtigen Menschen in Politik und Gesellschaft nicht gesehen.
Frage:
Warum vertrauen viele Menschen so stark auf Technik?
Thomas Schwartz sagt:
Technik gibt Menschen das Gefühl:
Die Welt ist berechenbar.
Seit vielen Jahrhunderten haben Natur-Wissenschaft und Technik viel verbessert.
Zum Beispiel:
- Medizin
- Verkehr
- Arbeit
- Wohlstand
- Wissen über die Welt
Noch nie ging es weltweit so vielen Menschen besser als heute.
Aber dieses Modell hat Grenzen.
Denn die Erde hat nur begrenzte Rohstoffe.
Trotzdem denken viele Menschen:
Technik wird jedes Problem lösen.
Thomas Schwartz sagt:
Das ist zu naiv.
Frage:
Müssen wir neu nachdenken?
Thomas Schwartz erinnert an einen Satz aus der Bibel.
Der Satz lautet:
„Prüft alles und behaltet das Gute.“
Das bedeutet:
Menschen sollen genau hinschauen.
Sie sollen fragen:
- Was ist wirklich gut?
- Was hilft dem Leben?
- Was schadet der Welt?
- Was müssen wir ändern?
Frage:
Warum handeln Menschen oft erst spät?
Schon im Jahr 1972 gab es eine wichtige Studie.
Sie hieß:
„Die Grenzen des Wachstums“.
Die Studie warnte:
Die Erde kann nicht immer mehr Wachstum aushalten.
Thomas Schwartz sagt:
Viele Menschen wollten das damals nicht hören.
Sie sagten:
Wir brauchen technische Lösungen.
Aber Technik löst nicht jedes Problem.
Manchmal schafft eine technische Lösung neue Probleme.
Thomas Schwartz sagt:
Menschen ändern sich oft erst,
wenn die Probleme sehr groß werden.
Frage:
Ist die Grenze beim Klima schon erreicht?
Thomas Schwartz sagt:
Offenbar noch nicht.
Viele Menschen sprechen über Klima-Wandel.
Viele erleben starke Unwetter.
Trotzdem glauben manche Menschen lieber denen,
die sagen:
Das ist nur Wetter.
Thomas Schwartz sagt:
Als Christ bleibt er optimistisch.
Aber als Natur-Wissenschaftler würde er sagen:
Viele Menschen wollen die Ergebnisse der Wissenschaft nicht mehr ernst nehmen.
Denn die Ergebnisse bedeuten:
Wir müssen unser Leben ändern.
Das macht vielen Menschen Angst.
Frage:
Warum glauben manche Menschen den Beweisen nicht?
Thomas Schwartz sagt:
Viele Gefahren kann man mit wissenschaftlichen Modellen berechnen.
Solange Wissenschaft nur erklärt, hören viele Menschen gern zu.
Aber wenn daraus Folgen entstehen, wird es schwierig.
Dann müssten Menschen ihr Verhalten ändern.
Zum Beispiel:
- weniger verbrauchen
- weniger verschwenden
- anders reisen
- anders einkaufen
- anders mit Energie umgehen
Dann sagen manche Menschen:
Hört auf mit euren Warnungen.
Findet lieber eine technische Lösung.
Thomas Schwartz sagt:
Hier können Natur-Wissenschaft und Theologie gut zusammenarbeiten.
Denn Glaube fragt nach dem Verhalten des Menschen.
Glaube fragt:
Wie sollen wir leben?
Frage:
Ein weiterer wichtiger Gedanke
Thomas Schwartz sagt:
Macht ist nur dann verantwortungsvoll, wenn sie sich selbst begrenzen kann.
Das bedeutet:
Wer viel kann, darf nicht alles tun.
Wer viel Macht hat, muss vorsichtig sein.
Frage:
Was sagt der Glaube in einer technischen Welt?
Thomas Schwartz sagt:
Der christliche Glaube sagt:
Wir Menschen sind Gott wichtig.
Deshalb ist Gott Mensch geworden.
Gott lädt Menschen ein, ihre Grenzen zu sehen und anzunehmen.
Menschen sollen sich nicht durch Technik an die Stelle von Gott setzen.
Glaube kann Menschen helfen,
sich zu ändern.
Glaube sagt auch:
Wir sind nicht allein.
Gott begleitet uns.
Frage:
Benehmen Menschen sich manchmal wie Gott?
Thomas Schwartz sagt:
Ja, das passiert.
Menschen sollen sich aber nicht wie Gott benehmen.
Sie sollen auch keine falschen Götter machen.
Heute werden manche technischen Dinge fast wie Götter behandelt.
Zum Beispiel:
- Künstliche Intelligenz
- neue Maschinen
- technische Möglichkeiten
- ständige Selbst-Optimierung
Künstliche Intelligenz bedeutet:
Computer-Programme können Aufgaben lösen,
für die früher Menschen denken mussten.
Thomas Schwartz sagt:
Auch Natur-Wissenschaftler warnen heute:
Menschen müssen sich begrenzen.
Sie müssen:
- weniger Rohstoffe verbrauchen
- die Natur besser schützen
- die Zerstörung der Erde stoppen
- Verantwortung übernehmen
Papst Franziskus hat darüber auch geschrieben.
Er hat dabei nicht nur aus der Bibel zitiert.
Er hat auch den Welt-Klima-Rat genannt.
Der Welt-Klima-Rat sammelt Wissen über den Klima-Wandel.
Thomas Schwartz sagt:
Wenn Natur-Wissenschaft sagt:
Menschen müssen anders handeln,
dann braucht sie auch das Gespräch mit der Theologie.
Frage:
Warum ist der Turmbau zu Babel wichtig?
In der Bibel gibt es die Geschichte vom Turmbau zu Babel.
Menschen wollten damals einen Turm bis in den Himmel bauen.
Sie wollten so groß sein wie Gott.
Die Geschichte zeigt:
Wenn Menschen wie Gott sein wollen,
gibt es große Probleme.
Thomas Schwartz sagt:
Diese Warnung gilt auch heute.
Frage:
Werden Natur-Wissenschaftler heute weniger gehört?
Thomas Schwartz sagt:
Ja, manchmal.
Natur-Wissenschaftler sind beliebt,
wenn sie die Welt erklären.
Aber sie werden unbeliebt,
wenn aus ihrer Erklärung eine Forderung wird.
Zum Beispiel:
Wir müssen unser Verhalten ändern.
Dann wollen viele Menschen das nicht hören.
Thomas Schwartz sagt:
Theologen erleben das ähnlich.
Auch sie warnen davor,
wenn der Mensch sich selbst zum Herrn über alles macht.
Frage:
Was sagt Thomas Schwartz zur „Letzten Generation“?
Die „Letzte Generation“ ist eine Klima-Protest-Gruppe.
Thomas Schwartz sagt:
Auch wer sagt „Wir sind die letzte Generation“,
muss vorsichtig sein.
Denn nur Gott entscheidet,
wer die letzte Generation ist.
Das bedeutet:
Menschen sollen warnen.
Aber sie sollen sich nicht an Gottes Stelle setzen.
Frage:
Welche Aufgabe haben Theologen?
Thomas Schwartz sagt:
Theologen sollen Menschen zur Umkehr aufrufen.
Umkehr bedeutet:
Menschen sollen ihr Leben ändern.
Sie sollen fragen:
- Was mache ich falsch?
- Wo schade ich anderen?
- Wo schade ich der Erde?
- Was kann ich besser machen?
Aber niemand darf dazu gezwungen werden.
Gewalt ist kein guter Weg,
um Menschen zu verändern.
Glaube setzt auf Freiheit.
Und Glaube setzt auf die Vernunft der Menschen.
Frage:
Ist Thomas Schwartz hoffnungslos?
Thomas Schwartz sagt:
Nein.
Er klingt vielleicht manchmal so.
Aber er hat Hoffnung.
Er glaubt:
Menschen können sich ändern.
Er sagt sinngemäß:
Kehrt um.
Glaubt an die gute Botschaft.
Und haltet euch zurück.
Das bedeutet:
Menschen sollen nicht immer mehr wollen.
Sie sollen lernen, genug zu haben.
Frage:
Geht es schon lange um Verschwendung und Überheblichkeit?
Thomas Schwartz sagt:
Ja.
Er hat darüber an Weihnachten gepredigt.
An Weihnachten feiern Christen:
Jesus ist geboren.
Er ist der Retter.
Thomas Schwartz fragt:
Wollen Menschen überhaupt einen Retter?
Viele Menschen glauben:
Ich brauche keinen Retter.
Ich kann mich selbst verbessern.
Ich kann mich selbst perfekt machen.
Zum Beispiel durch:
- Fitness-Uhren
- Gesundheits-Apps
- Medikamente zum Abnehmen
- Künstliche Intelligenz
- ständige Leistung
- ständige Selbst-Kontrolle
Thomas Schwartz sagt:
Das ist eine Versuchung.
Menschen wollen sich selbst optimieren.
Sie wollen immer besser und perfekter werden.
Aber Weihnachten sagt etwas anderes:
Du musst dich nicht selbst perfekt machen.
Gott kommt als Kind in die Welt.
Gott will den Menschen vollenden.
Er will ihn nicht zu einer Maschine machen.
Ein Kind kann wachsen.
Ein Kind kann menschlicher werden.
Menschen wollen aber oft mehr sein als Menschen.
Sie wollen ewig leben.
Sie wollen nicht leiden.
Sie wollen nicht sterben.
Sie wollen sich oft nicht mehr richtig anstrengen.
Frage:
Ist Technik schlecht?
Thomas Schwartz sagt:
Nein.
Technik ist nicht schlecht.
Mit Technik können Menschen viel Gutes tun.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen:
- Wir können etwas tun.
- Wir sollen etwas tun.
Nur weil etwas möglich ist,
ist es noch nicht richtig.
Wenn Menschen viel können,
haben sie auch viel Verantwortung.
Thomas Schwartz sagt:
Macht ist nur gut,
wenn sie sich selbst begrenzen kann.
Wissenschaft soll dem Menschen dienen.
Wenn Wissenschaft Menschen bescheiden macht,
ist das gut.
Wenn Wissenschaft Menschen überheblich macht,
ist das gefährlich.
Überheblichkeit bedeutet:
Ein Mensch hält sich für größer und wichtiger, als er ist.
Theologie spricht dagegen von Demut.
Demut bedeutet:
Ein Mensch kennt seine Grenzen.
Er übernimmt Verantwortung.
Er nutzt Wissen zum Guten.
Frage:
Haben wir Demut verloren?
Thomas Schwartz sagt:
Für mich gehört Demut zu echter Liebe.
Demut bedeutet:
Ich stelle mich nicht immer selbst in den Mittelpunkt.
Am Anfang und am Ende des Lebens merken Menschen:
Wir sind nicht allmächtig.
Wir brauchen andere Menschen.
Ein kleines Kind braucht Hilfe.
Ein alter Mensch braucht oft Hilfe.
Darum brauchen wir Mut zur Sorge.
Sorge bedeutet hier:
Ich kümmere mich um einen anderen Menschen.
Thomas Schwartz sagt:
Manche Menschen haben diesen Mut verloren.
Sie wollen nicht mehr dienen.
Sie wollen sich nicht mehr kümmern.
An Weihnachten feiern Christen:
Gott kommt als Kind in die Welt.
Dieses Kind kann nur leben,
wenn Menschen sich kümmern.
Eine Maschine kann diese menschliche Sorge nicht ersetzen.
Glaube lädt Menschen ein:
Kümmere dich um andere.
Das bedeutet nicht:
Du sollst Angst vor der Zukunft haben.
Es bedeutet:
Du stellst nicht dich selbst in die Mitte.
Du siehst den anderen Menschen.
Du siehst seine Bedürfnisse.
Sorge gibt dem Leben Sinn.
Sorge sagt zu einem Menschen:
Es ist gut, dass es dich gibt.
Thomas Schwartz spricht dann über schwere Fragen.
Zum Beispiel über Abtreibung.
Abtreibung bedeutet:
Eine Schwangerschaft wird beendet.
Er spricht auch über Sterbehilfe.
Sterbehilfe bedeutet:
Ein Mensch bekommt Hilfe, um zu sterben.
Thomas Schwartz sieht darin eine Gefahr.
Er sagt:
Manchmal klingt es dann so,
als wäre ein Leben nicht mehr wichtig.
Er sagt auch:
Manche Menschen wollen anderen nicht zur Last fallen.
Darum denken sie über einen selbst gewählten Tod nach.
Thomas Schwartz findet das besorgniserregend.
Frage:
Ist das nicht eine freie Entscheidung am Lebensende?
Thomas Schwartz sagt:
Ich sehe darin ein Warn-Zeichen.
Vielleicht trauen wir uns Sorge nicht mehr zu.
Vielleicht wollen wir anderen Sorge nicht mehr zumuten.
Sich um andere zu kümmern, ist anstrengend.
Es kostet Zeit.
Es kostet Kraft.
Hier zeigt sich wieder ein Versprechen der Technik.
Dieses Versprechen lautet:
Alles wird besser.
Und alles wird bequemer.
Thomas Schwartz sagt:
Das ist gefährlich,
wenn Menschen dadurch weniger füreinander sorgen.
Frage:
Haben wir ein Problem durch zu viel Wohlstand?
Thomas Schwartz sagt:
Ich bin nicht gegen Wohlstand.
Ich lebe selbst gut.
Ich lebe besser als viele andere Menschen auf der Welt.
Aber wir schauen oft nur noch auf Effizienz.
Effizienz bedeutet:
Etwas soll möglichst schnell gehen.
Es soll möglichst wenig kosten.
Es soll möglichst viel bringen.
Dabei vergessen wir eine wichtige Frage:
Was ist genug?
Thomas Schwartz sagt:
In den 1960er-Jahren haben Menschen ungefähr so viele Rohstoffe verbraucht,
wie die Erde wieder erneuern konnte.
Den Menschen ging es damals nicht schlecht.
Heute verbrauchen viele Menschen viel mehr.
Thomas Schwartz sagt:
Wir haben nicht nur ein Wohlstands-Problem.
Wir haben ein Luxus-Problem.
Er meint:
Die Erde hat genug für ein gutes Leben aller Menschen.
Aber die Erde hat nicht genug für Luxus für alle.
Unser Wirtschafts-System lebt oft von Gier.
Gier bedeutet:
Ein Mensch will immer mehr haben.
Auch wenn er schon genug hat.
Werbung sagt oft:
Du brauchst das.
Du musst das haben.
Thomas Schwartz findet das gefährlich.
Er sagt:
Gier kann nicht gut sein.
Wenn alle immer mehr wollen,
hält die Welt das auf Dauer nicht aus.
Frage:
Brauchen Natur-Wissenschaft und Theologie ein Bündnis?
Thomas Schwartz sagt:
Ja.
Harald Lesch und ich versuchen das.
Theologen sollen offen sein für Natur-Wissenschaft.
Natur-Wissenschaftler können offen sein für den Glauben.
Beide Seiten können miteinander sprechen.
Beide Seiten können voneinander lernen.
Thomas Schwartz sagt:
Diese Offenheit ist wichtig.
Papst Franziskus zeigt das auch.
Er hat über die Klima-Krise geschrieben.
Dabei nutzt er Wissen aus der Natur-Wissenschaft.
Und er spricht über den Glauben.
Natur-Wissenschaft zeigt uns:
Die Erde ist begrenzt.
Wir haben nur einen Lebensraum.
Theologie sagt:
Diese Grenze kann auch eine Chance sein.
Menschen können lernen:
- sich selbst zu begrenzen,
- nicht alles haben zu wollen,
- anderen zu dienen,
- verantwortlich zu leben.
Thomas Schwartz sagt:
Wenn der Mensch sein will wie Gott,
macht er oft viel kaputt.
Dann entstehen Angst und Tod.
Aber wenn Gott Mensch wird,
kommen Freude und Leben in die Welt.
Frage:
Was glauben Sie für das Jahr 2025?
Thomas Schwartz sagt:
Es geht weiter.
Frage:
Ist das eine Antwort aus dem Glauben oder aus der Wissenschaft?
Thomas Schwartz sagt lachend:
Beides.
Er sagt:
Ich bin hoffnungslos optimistisch.
Das bedeutet:
Ich habe sehr viel Hoffnung.
Ich glaube: Es geht weiter.
Frage:
Was wünschen Sie sich für das Jahr 2025?
Thomas Schwartz sagt:
Ich wünsche mir:
2025 soll ein Heiliges Jahr werden.
Ein Heiliges Jahr ist ein besonderes Jahr in der katholischen Kirche.
Menschen sollen neu über ihr Leben nachdenken.
Sie sollen Hoffnung finden.
Sie sollen sich Gott zuwenden.
Thomas Schwartz sagt:
Ein Jahr wird heilig,
wenn wir keine Angst haben.
Wir müssen nichts schönreden.
Nicht alles wird einfach.
Wir können auch nicht zaubern.
Aber wir können arbeiten.
Wir können mutig sein.
Mutig heißt:
Wir gehen Aufgaben an.
Aber ohne Hochmut.
Hochmut bedeutet:
Ein Mensch hält sich für größer und wichtiger, als er ist.
Thomas Schwartz sagt:
Wir brauchen Mut und Demut.
Wir müssen nicht alles perfekt schaffen.
Aber wir sollen anfangen.
Wir sollen nach vorne schauen.
Dabei sollen wir nicht nur an uns selbst denken.
Wir sollen an die Gemeinschaft denken.
Gemeinschaft bedeutet:
Menschen gehören zusammen.
Sie tragen Verantwortung füreinander.
Thomas Schwartz warnt vor zu viel Individualismus.
Individualismus bedeutet hier:
Jeder schaut nur auf sich selbst.
Jeder denkt nur an die eigenen Wünsche.
Thomas Schwartz sagt:
Die Wahrheit liegt nicht nur im Einzelnen.
Sie liegt auch im Miteinander.
Gemeinsam können Menschen menschlicher leben.
Besser als nebeneinander.
Und besser als gegeneinander.
Für 2025 wünscht er sich:
Menschen sollen wieder aufeinander zugehen.
Sie sollen sich nicht weiter trennen.
Sie sollen nicht immer stärker gegeneinander stehen.
Frage:
Was ist die wichtigste Aufgabe der Politik?
Thomas Schwartz sagt:
Politik soll nicht nur einzelne Interessen bedienen.
Politik soll für das Gemeinwohl arbeiten.
Gemeinwohl bedeutet:
Es soll allen Menschen in der Gesellschaft möglichst gut gehen.
Politik hat große Aufgaben.
Zum Beispiel:
- Sicherheit im Land,
- Sicherheit nach außen,
- Zusammenhalt in Deutschland,
- gutes Zusammenleben von vielen Menschen.
In Deutschland leben etwa 85 Millionen Menschen.
Politik soll helfen,
diese Menschen zusammenzuhalten.
Thomas Schwartz sagt:
Manchmal bedeutet das auch:
Einzelne Menschen müssen wieder lernen zu verzichten.
Verzichten bedeutet:
Ich nehme nicht alles für mich.
Ich gebe etwas auf,
damit es für alle besser wird.
„Lesch sieht Schwartz“ in der Mediathek
Thomas Schwartz wurde im Jahr 1990 Priester.
Danach arbeitete er zuerst als Kaplan.
Ein Kaplan ist ein Priester, der in einer Gemeinde mitarbeitet.
Später schrieb er eine Doktorarbeit in Moral-Theologie.
Moral-Theologie beschäftigt sich mit der Frage:
Was ist gutes und richtiges Handeln aus Sicht des Glaubens?
Thomas Schwartz arbeitete viele Jahre als Hochschul-Pfarrer in Augsburg.
Ein Hochschul-Pfarrer begleitet Studierende und Mitarbeitende an einer Hochschule.
Von 2005 bis 2014 war er Professor für Angewandte Ethik.
Ethik fragt:
Wie sollen Menschen handeln?
Was ist richtig?
Was ist falsch?
Seit 2021 ist Thomas Schwartz Haupt-Geschäftsführer von Renovabis.
Renovabis ist ein Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland.
Renovabis unterstützt Menschen in Ost-Europa.
Seit Sommer 2022 macht Thomas Schwartz zusammen mit Harald Lesch eine ZDF-Sendung.
Die Sendung heißt: „Lesch sieht Schwartz“.
Harald Lesch ist Astrophysiker.
Er beschäftigt sich mit dem Weltall.
Er ist auch Natur-Philosoph und Wirtschafts-Journalist.
In der Sendung sprechen die beiden über wichtige Fragen unserer Zeit.
Zum Beispiel:
- Wie wollen wir leben?
- Was sagt die Wissenschaft?
- Was sagt der Glaube?
- Was gibt Menschen Hoffnung?
- Wie gehen wir mit Krisen um?
Die Sendung gibt es in der ZDF-Mediathek:
Hinweis:
Dieser Text in Einfacher Sprache wurde mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Er dient nur zur Information.
Er ist rechtlich nicht bindend.
Gültig ist nur das Original im Alltagssprach-Deutsch.



