Mut zur Menschlichkeit
Papst Leo hat einen wichtigen Brief geschrieben. Darin sagt er: Es braucht gute Regeln für große Technik-Firmen. Denn diese Firmen haben sehr viel Macht.

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Lange war alles geheim.
Dann war es endlich so weit:
Papst Leo XIV. stellte seinen ersten wichtigen Brief über soziale Fragen vor.
So ein Brief heißt: Sozial-Enzyklika.
Eine Enzyklika ist ein sehr wichtiges Schreiben vom Papst.
Früher wurden solche Schreiben oft bei einer Presse-Konferenz vorgestellt.
Diesmal war es anders.
Die Vorstellung war in der Synoden-Aula im Vatikan.
Das ist ein großer Versammlungs-Raum.
Viele Mitarbeitende aus dem Vatikan waren dabei.
Auch Diplomatinnen und Diplomaten aus anderen Ländern waren da.
Journalistinnen und Journalisten konnten alles direkt miterleben.
Mit dieser Feier zeigte der Papst:
Dieses Schreiben ist ihm sehr wichtig.
Das zeigt auch der Titel.
Der Titel heißt: Magnifica humanitas.
Das bedeutet: großartige Menschheit.
Der Papst sagt:
Gott hat die Menschheit geschaffen.
Deshalb müssen wir die Menschheit schützen.
Leo XIV. ist der erste Papst aus den USA.
Er kennt auch die digitale Welt gut.
Das ist neu für einen Papst.
In seinem Schreiben spricht er über viele Probleme in der digitalen Welt.
Er kritisiert zum Beispiel:
Daten von Menschen werden ausgenutzt.
Daten sind Informationen über Menschen.
Zum Beispiel:
wo sie wohnen, was sie kaufen oder was sie im Internet machen.
Der Papst sagt:
Wenn Daten ausgenutzt werden, kann das gefährlich werden.
Es können neue Formen von Ausbeutung entstehen.
Er vergleicht das mit Menschenhandel und Kolonialismus.
Kolonialismus bedeutet:
Mächtige Länder oder Gruppen beherrschen andere Menschen.
Sie nutzen diese Menschen oder ihre Länder für sich aus.
Leo XIV. kritisiert auch Algorithmen.
Algorithmen sind Programme.
Sie entscheiden zum Beispiel, welche Beiträge Du im Internet siehst.
Der Papst sagt:
Manche Algorithmen machen Streit noch schlimmer.
Sie zeigen Menschen vor allem Inhalte, die sie wütend machen.
So werden Gruppen immer stärker gegeneinander aufgehetzt.
Der Papst warnt auch vor Cybermobbing.
Cybermobbing bedeutet:
Menschen werden im Internet beleidigt, bedroht oder fertiggemacht.
Außerdem warnt er vor zu viel Pornografie.
Dann spricht Leo XIV. über Menschen, die sehr stark an Technik glauben.
Manche von ihnen sagen:
Der Mensch soll seine Grenzen überwinden.
Er soll durch neue Wesen ersetzt werden.
Zum Beispiel durch Künstliche Intelligenz und Roboter.
Künstliche Intelligenz wird oft KI genannt.
KI bedeutet:
Computer-Programme können Aufgaben lösen, für die sonst Menschen denken müssen.
Der Papst ist dagegen, den Menschen zu ersetzen.
Er sagt:
Der Mensch hat eine Würde.
Diese Würde darf nicht verloren gehen.
Leo XIV. kritisiert auch große internationale Firmen.
Diese Firmen besitzen viele wichtige Dinge in der digitalen Welt.
Zum Beispiel:
- Plattformen
- soziale Netzwerke
- Patente
- Algorithmen
- Daten
- Computer-Leistung
Der Papst sagt:
Wir brauchen eine starke Politik.
Die Politik muss eingreifen können.
Sie muss bremsen können, wenn alles immer schneller wird.
Sie muss Räume schützen, in denen Menschen mitreden können.
Menschen sollen Fragen stellen können.
Gemeinschaften sollen mitentscheiden können.
Der Papst sagt auch:
Im Zeitalter von KI und Robotern reicht der freie Markt nicht aus.
Man kann nicht einfach hoffen, dass alles von allein gut wird.
Die Politik muss dafür sorgen:
Wirtschaft und Technik müssen dem Gemeinwohl dienen.
Gemeinwohl bedeutet:
Es soll nicht nur wenigen Menschen gut gehen.
Es soll allen Menschen gut gehen.
Die Politik soll gute Arbeit fördern.
Sie soll soziale Teilhabe möglich machen.
Das bedeutet:
Alle Menschen sollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Und die Vorteile von neuen Erfindungen sollen gerecht verteilt werden.
Wir brauchen gute Gesetze und unabhängige Kontrolle
Leo XIV. will nicht nur warnen.
Er sucht auch nach Lösungen.
Er schreibt:
Wenn Menschen vorsichtig mit KI umgehen wollen, sind sie nicht gegen Fortschritt.
Wenn sie strenge Kontrollen fordern, sind sie nicht gegen Fortschritt.
Wenn sie wollen, dass KI langsamer eingeführt wird, sind sie nicht gegen Fortschritt.
Sie zeigen damit Verantwortung.
Sie denken an die ganze Menschheits-Familie.
Der Papst schreibt auch:
Es reicht nicht, nur allgemein über Ethik zu sprechen.
Ethik bedeutet:
Wir fragen, was richtig und gut ist.
Der Papst sagt:
Wir brauchen passende Gesetze.
Wir brauchen unabhängige Kontrolle.
Wir brauchen Bildung für Nutzerinnen und Nutzer.
Und wir brauchen eine Politik, die ihre Aufgabe ernst nimmt.
Sonst bestimmen nur Technik und Wirtschaft, wohin die Entwicklung geht.
Dann sieht alles so aus, als könne man nichts ändern.
Am Ende bestimmen die Menschen die Regeln, die viel Macht haben.
Das sind zum Beispiel Menschen oder Firmen, die besitzen:
- Daten
- Internet-Strukturen
- große Computer
- viel Rechen-Leistung
Leo XIV. nutzt für seine Gedanken die katholische Soziallehre.
Die katholische Soziallehre fragt:
Wie können Menschen gerecht zusammenleben?
Manche Begriffe aus dieser Lehre sind sehr alt.
Einige stammen aus dem Mittelalter.
Andere entstanden im 19. Jahrhundert.
Damals veränderten Fabriken und Maschinen die Arbeit der Menschen stark.
Diese Zeit nennt man Industrielle Revolution.
Wichtige Begriffe der katholischen Soziallehre sind:
- Würde des Menschen
- Gemeinwohl
- Güter für alle
- Solidarität
- Gerechtigkeit
Solidarität bedeutet:
Menschen stehen füreinander ein.
Starke helfen Schwächeren.
Diese Ideen helfen dem Papst, über die digitale Zeit zu sprechen.
Sein Schreiben ist mehr als 100 Seiten lang.
Darin beschreibt er Chancen und Gefahren.
Nicht jede Lösung überzeugt gleich stark.
Zum Beispiel fordert er, dass Daten und Technik öffentlich kontrolliert werden.
An anderen Stellen sagt er es einfacher:
Menschen sollen menschlich bleiben.
Sie sollen echte Begegnungen pflegen.
Zum Beispiel:
gemeinsam an einem Tisch essen.
Miteinander sprechen.
Einander zuhören.
Auch Frieden ist dem Papst sehr wichtig.
Und Gespräche zwischen Ländern sind ihm wichtig.
Deshalb schreibt er viel über Krieg und KI.
Er warnt:
KI kann Kriege noch gefährlicher machen.
Der Papst sagt:
Es ist unmoralisch, wenn KI über Leben und Tod entscheidet.
Eine Maschine darf nicht entscheiden, ob ein Mensch getötet wird.
Deshalb fordert Leo XIV. Verbote.
Die Kirche muss vor Gefahren warnen
Vielleicht sind manche Forderungen schwer umzusetzen.
Zum Beispiel ein Verbot von KI-Waffen.
Oder eine starke Kontrolle über digitale Macht.
Aber für den Papst ist etwas anderes besonders wichtig:
Die Kirche soll ihre Stimme erheben.
Viele Menschen fühlen sich vom Wandel überfordert.
Sie erleben die neue Zeit wie eine starke Flut.
Sie glauben:
Wir können nichts tun.
Wir müssen alles einfach hinnehmen.
Leo XIV. sagt:
Das stimmt nicht.
Er erklärt das mit dem Beispiel Sklaverei.
Lange Zeit fanden sehr viele Menschen Sklaverei normal.
Auch die Kirche hat früher nicht immer klar dagegen gesprochen.
Aber Sklaverei war trotzdem immer falsch.
So ähnlich ist es heute mit manchen Entwicklungen in der Technik.
Nur weil viele Menschen etwas normal finden, ist es nicht automatisch richtig.
Die Kirche muss warnen, wenn Entwicklungen gefährlich werden.
Sie muss besonders dann warnen, wenn Technik falsch genutzt wird.
Denn dann kann die Würde von Menschen verletzt werden.
Vor Kurzem sagte US-Vizepräsident JD Vance:
Der Papst solle sich nicht zu politischen Fragen äußern.
Er solle nur über religiöse Themen sprechen.
Leo XIV. zeigt mit seiner Enzyklika das Gegenteil.
Die Kirche darf über Politik und Gesellschaft sprechen.
Sie muss es sogar tun.
Denn der Einsatz für die Menschen gehört zu ihrem Auftrag.

© Vatican Media/Romano Siciliani/kna
Papst Leo XIV. unterzeichnet die Enzyklika "Magnifica humanitas - über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz" im Vatikan. Rechts im Bild: Erzbischof Paolo Rudelli, Substitut für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats.



